Wenn es um die Finanzierung neuer staatlicher Ausgaben, die Verminderung der (Neu)verschuldung oder der Entlastung der "unteren Einkommen" geht, wird von einigen Parteien die Besteuerung der Reichen oder Unternehmen als Lösung angesehen.
Als Gegenargumente werden nach meiner Beobachtung entweder ethische (Darf man jemanden etwas wegnehmen, nur weil eher mehr hat als jemand anderes? - Eine Diskussion eher in den Internetforen in denen ich mich rumtreibe) oder ökonomische (Die Leistung wird verringert oder das Land wird verlassen, was zu noch geringeren Steuereinnahmen führt) Überlegungen angeführt.
Im Zusammenhang mit meinem sozialpolitischen Vorschlag, kam mir noch ein anderer Gedanke: Angenommen die mehrbesteuerten würden ihre Steuerzahlungen (vorerst) nicht reduzieren. Die Gesellschaft würde die Steuerbelastung nach und nach immer mehr von den vielen "Armen" auf die wenigen "Reichen" verschieben - was nach einigen Parteiprogrammen ja eine Wunschvorstellung zu sein scheint. Könnte dieser Schuss nicht nach hinten los gehen?
Nüchtern betrachtet wäre es dann doch gleichgültig wer die Regierung wählt oder über Gesetze abstimmt. Wenn alle Staatseinnahmen von immer weniger Personen erbracht werden, hängt die Gesellschaft von diesen ab. Was will man machen, wenn diese plötzlich aufhören wollen zu arbeiten? Ist ja schließlich nicht verboten.
Demokratie scheint demnach nicht von formalen Wahlregelungen abzuhängen, sondern eher von einer gleichmäßigen Besteuerung - oder anders: davon wer den Staat finanziert.
Freitag, 10. Februar 2012
Montag, 16. Januar 2012
Seminar: Arbeit
Hier nun meine Seminararbeit mit dem Hinweis, dass das Thema nur unvollständig durch zwei Modelle betrachtet wird. Außerdem habe ich bei der Vorbereitung auf den Vortrag bemerkt, dass der letzte Absatz auf Seite 13 und der erste Absatz auf Seite 14 falsch sind.
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Mittwoch, 14. Dezember 2011
Lang lebe <hier Wunschname einfügen>
Ein Text über Menschen, die private Projekte durchführen, ohne dabei anderen gegenüber physische Gewalt anzuwenden. Entscheidungen und Strukturen sollen dezentralisiert werden. Selbstbestimmung statt Fremdbestimmung. Staatmonopolen (wie z.B. dem Geldmonopol) werden private Organisationen entgegengesetzt. Die Geschenkläden scheinen ein cleverer Angriff auf den Sozialstaat zu sein: Da ja kein Umsatz gemacht wird, fällt auch keine Umsatzsteuer an, oder? Müsste man mal untersuchen. Wenn dies der Fall ist und sich die Läden weiter ausbreiten, wird jener Staat wahrscheinlich bald "eingreifen" - zum Wohle der Gemeinschaft und zum Schutz vor diesen Steuerhinterziehern.
Bis dahin freuen sich Liberale, Libertäre, (Anarcho-)kapitalisten oder wie sich diese Marktradikalen alle nennen, über solche Initiativen: Mehr Privat, mehr dezentral, mehr Individuell, mehr freie Vereinbarungen, mehr Markt.
Etwas verwirrend ist, dass die ganzen Handlungen als "Kampf gegen den Kapitalismus" bezeichnet werden. Da bin ich aber pragmatisch. Über Definitionen braucht man nicht streiten (Es gibt keine richtigen oder falschen Definitionen). Ich versuche es wie David Friedman zu halten:
Bis dahin freuen sich Liberale, Libertäre, (Anarcho-)kapitalisten oder wie sich diese Marktradikalen alle nennen, über solche Initiativen: Mehr Privat, mehr dezentral, mehr Individuell, mehr freie Vereinbarungen, mehr Markt.
Etwas verwirrend ist, dass die ganzen Handlungen als "Kampf gegen den Kapitalismus" bezeichnet werden. Da bin ich aber pragmatisch. Über Definitionen braucht man nicht streiten (Es gibt keine richtigen oder falschen Definitionen). Ich versuche es wie David Friedman zu halten:
"Dein Eigentum ist das, dessen Benutzung Du kontrollierst. Wenn die meisten Dinge von Individuen kontrolliert werden, individuell oder in freiem Zusammenschluss, ist eine Gesellschaft kapitalistisch. Wenn diese Kontrolle ziemlich gleichmäßig über eine große Anzahl an Menschen verstreut ist, nährt sich die Gesellschaft vollkommenem freien Wettbewerb an - besser als unsere. Wenn ihre Mitglieder sie sozialistisch nennen, warum sollte ich mich dagegen sträuben?
Der Sozialismus ist tot. Lang lebe der Sozialismus."
David Friedman, "Das Räderwerk der Freiheit, S.125
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Donnerstag, 6. Oktober 2011
Links: Yale Online und kapitalistische Kinder
In Yale studieren? Bitte! Die Universität stellt ihre Vorlesungen als Video zur Verfügung.
Bei den Bissigen Liberalen findet man eine Liste, mit der geprüft werden kann, ob das eigene Kind ein Erzkapitalist ist.
Bei den Bissigen Liberalen findet man eine Liste, mit der geprüft werden kann, ob das eigene Kind ein Erzkapitalist ist.
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Dienstag, 4. Oktober 2011
Seminar: Primärquelle
Zum Einstieg in das Thema muss ich den Artikel "Why did you do that? An economic examination of the effect of extrinsic compensation on intrinsic motivation and performance" (Abstract) von Harvey S. James Jr. bearbeiten.
James beginnt seinen Artikel mit einer Zusammenfassung der gemachten empirischen Beobachtungen und der Feststellung, dass ein theoretisches Erklärungsmodell bisher fehlt. Dieses Modell möchte er entwickeln. Er baut es auf zwei Säulen auf:
Zum einen auf einer Nutzentheorie (-funktion) die nicht nur auf die Ergebnisse von individuellen Entscheidungen fokussiert, sondern auch Emotionen, Erfahrungen und soziale Normen mit einbezieht.
Zum zweiten auf psychologischen Untersuchungen, die für jeden Menschen ein Streben nach Autonomie, Selbstbestimmung und Anerkennung der eigenen Kompetenz durch andere unterstellt (in verschiedener Ausprägung). Dieses Gefühl der Autonomie und Selbstbestimmung - welches für den Einzelnen einen Nutzen (Befriedigung) darstellt - werde beseitigt, wenn er einen Anreizlohn erhält. Der Mensch würde einen solchen Anreiz als Kontrolle und als Misstrauen empfinden. Entsprechend empfinde er seine Arbeit nicht mehr als selbstbestimmt und seine Kompetenz nicht mehr anerkannt.
Aufbauend darauf entwickelt James eine Nutzenfunktion, die diese intrinsische Motivation und deren Vorhanden- oder Nichtvorhandensein formal beschreibt, um zu erklären, wann es sich für den Einzelnen lohnt nicht mehr intrinsisch motiviert zu sein, wenn er ein Anreizgehalt bekommt. Der Nutzen für den Einzelnen sei in diesem Fall ohne intrinsische Motivation höher als mit dieser. Das ist der Punkt, den ich noch nicht ganz verstehe.
James beginnt seinen Artikel mit einer Zusammenfassung der gemachten empirischen Beobachtungen und der Feststellung, dass ein theoretisches Erklärungsmodell bisher fehlt. Dieses Modell möchte er entwickeln. Er baut es auf zwei Säulen auf:
Zum einen auf einer Nutzentheorie (-funktion) die nicht nur auf die Ergebnisse von individuellen Entscheidungen fokussiert, sondern auch Emotionen, Erfahrungen und soziale Normen mit einbezieht.
Zum zweiten auf psychologischen Untersuchungen, die für jeden Menschen ein Streben nach Autonomie, Selbstbestimmung und Anerkennung der eigenen Kompetenz durch andere unterstellt (in verschiedener Ausprägung). Dieses Gefühl der Autonomie und Selbstbestimmung - welches für den Einzelnen einen Nutzen (Befriedigung) darstellt - werde beseitigt, wenn er einen Anreizlohn erhält. Der Mensch würde einen solchen Anreiz als Kontrolle und als Misstrauen empfinden. Entsprechend empfinde er seine Arbeit nicht mehr als selbstbestimmt und seine Kompetenz nicht mehr anerkannt.
Aufbauend darauf entwickelt James eine Nutzenfunktion, die diese intrinsische Motivation und deren Vorhanden- oder Nichtvorhandensein formal beschreibt, um zu erklären, wann es sich für den Einzelnen lohnt nicht mehr intrinsisch motiviert zu sein, wenn er ein Anreizgehalt bekommt. Der Nutzen für den Einzelnen sei in diesem Fall ohne intrinsische Motivation höher als mit dieser. Das ist der Punkt, den ich noch nicht ganz verstehe.
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Dienstag, 20. September 2011
Auf den Blog USA Erklärt habe ich bereits zweimal hingewiesen. Wegen eines gestrigen Gesprächs mache ich dies nun noch einmal, insbesondere auf die Themenliste.
Als Vorgeschmack hier einige Zitate. Formatierung und Verlinkungen habe ich nicht übernommen.
[1] http://usaerklaert.wordpress.com/2006/06/25/die-grobstruktur-der-usa-oder-wo-man-vor-bush-am-sichersten-ist/
[2] http://usaerklaert.wordpress.com/2006/07/01/der-bund-teil-1-gewaltenteilung-fur-teilungslose/
[3] http://usaerklaert.wordpress.com/2006/08/07/der-bund-teil-5-der-prasident-oder-wie-eine-demokratie-zum-machtigsten-mann-der-welt-kam/
[4] http://usaerklaert.wordpress.com/2006/10/11/der-bund-teil-9-drei-bemerkungen-zum-gesamtsystem/
Als Vorgeschmack hier einige Zitate. Formatierung und Verlinkungen habe ich nicht übernommen.
"Bei den 'Vereinigten Staaten von Amerika' ist der Name Programm: Es handelt sich um einzelne, souveräne Staaten, die einige wenige Aufgaben an einen Überbau abgegeben haben. Sehr wenige Aufgaben, so wenige, dass die USA noch nicht einmal einen Innenminister haben [...]. Die Faustregel lautet, dass der Bund sich um die Außenpolitik und einige länderübergreifende Dinge kümmert und der Rest bei den einzelnen Staaten bleibt, insbesondere der Teil, der mit dem Alltag der Bürger zu tun hat. " [1]
"Der Bund ist nach außen gewandt, die einzelnen Staaten nach innen. Beide kontrollieren sich gegenseitig: Der Bund sorgt dafür, dass kein Staat seine Nachbarn anfällt oder plötzlich eine Diktatur ausruft. Die Staaten sorgen gemeinsam dafür, dass der Bund nicht ausrastet." [1]
"Da große Teile der deutschen Presse die Aufgabenteilung von Bund und Bundesstaaten nicht verstehen, werden die Republikaner fälschlicherweise als grausame Ultra-Kapitalisten dargestellt, die alle sozialen Errungenschaften abschaffen wollen. Meistens geht es aber nur um die Frage, ob diese Aufgaben beim Bund oder den Bundesstaaten besser aufgehoben sind." [1]
"Je weiter man in der Hierarchie hinabsteigt, desto mehr Elemente einer direkten Demokratie kommen hinzu – Volksentscheide zum Beispiel, wie in der Schweiz. Dabei werden auch Fragen wie die Abschaffung der Einkommensteuer eines Bundesstaates oder den Ausbau des Nahverkehrssystems gerne mal vom Volk entschieden. Da Ämter und Posten in den USA so gut wie immer über Direktwahl bestimmt werden – die große Ausnahme ist der Präsident – hat der einzelne Bürger damit einen sehr großen Einfluss auf die Dinge, die unmittelbar sein Leben bestimmen." [1]
"Deutsche habe erfahrungsgemäß Probleme mit der Gewaltenteilung, weil sie selbst keine haben, oder auf jeden Fall keine strenge." [2]
"Welche Folgen hat die strenge Gewaltenteilung in den USA? Erstens, das System zwingt die Staatsorgane zur Zusammenarbeit. Zweitens, das System ist laut, weil diese Kompromisse erstmal ausgearbeitet werden wollen.
"Das ist auch ein Grund, warum ehemalige Diktaturen wie Deutschland, Japan, Afghanistan oder der Irak erstmal eine parlamentarische Demokratie mit einem Parteiensystem kriegen und kein Kongress-System nach dem Vorbild der USA: So viel Demokratie, lautet die Überlegung, will erstmal gelernt sein. Es konnte ja keiner ahnen, dass Deutschland das Provisorium Grundgesetz behalten würde." [2]
"Beide Gewalten [Exekutive und Legislative, MH] wurden gleich stark gemacht und dann aufeinander losgelassen, damit sie sich gegenseitig in Schach halten. Der für Europäer so erschreckende, weil laute und ständige Kampf zwischen Präsident und Kongress ist also ausdrücklich gewollt und ein völlig normaler Teil des Systems. Entsprechend locker gehen Amerikaner damit um. Die US-Politik ist halt nichts für konfliktscheue Warmduscher und weicheiige Konsenskuschler." [3]
"In den meisten parlamentarischen Demokratien gibt es für Notzeiten wie Krieg besondere Regeln: In Deutschland zum Beispiel werden im Verteidigungsfall nach Grundgesetz Artikel 115h die Wahlen ausgesetzt und die Legislative in ein Einkammer-System umgewandelt. Einen solchen 'Kriegsmodus' kennt die US-Verfassung nicht: Gewählt wird immer. Auch 1864, mitten im Bürgerkrieg, musste sich Abraham Lincoln den Wählern stellen. Gerade im Krieg sollte man wählen, würden viele Amerikaner sagen: Als zu groß gilt in die Gefahr, dass die Exekutive über solche Notstandsgesetze eine faktische Diktatur errichtet." [4]
[1] http://usaerklaert.wordpress.com/2006/06/25/die-grobstruktur-der-usa-oder-wo-man-vor-bush-am-sichersten-ist/
[2] http://usaerklaert.wordpress.com/2006/07/01/der-bund-teil-1-gewaltenteilung-fur-teilungslose/
[3] http://usaerklaert.wordpress.com/2006/08/07/der-bund-teil-5-der-prasident-oder-wie-eine-demokratie-zum-machtigsten-mann-der-welt-kam/
[4] http://usaerklaert.wordpress.com/2006/10/11/der-bund-teil-9-drei-bemerkungen-zum-gesamtsystem/
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Montag, 19. September 2011
Seminarthema
Letzten Montag habe ich nun das Thema für das Seminar "Verhaltensökonomik" bekommen, welches ich bis Dezember bearbeitet haben muss: "Auswirkungen von Anreizgehältern auf die intrinsische Motivation"
Es geht dabei um die Beobachtung, dass Menschen, die bisher ein fixes Gehalt bezogen haben, ihre Arbeitsleistung verringern, wenn ihnen zusätzlich ein leistungsabhängiger Bonus gezahlt wird. Bezeichnet wird dieser Effekt als "Motivation Crowding Out", also etwa "Motivationsverdrängung".
Interessanter wird das Thema, wenn man es aus der reinen Arbeitswelt herausholt und z.B. auf Felder wie die Open Source Entwicklung bezieht, wo die Beteiligung an Projekten zurückgegangen sein soll oder auf Blutspenden, wo die Spendenbereitschaft abgenommen haben soll, sobald man jeweils ein Bezahlung anbot.
Es geht dabei um die Beobachtung, dass Menschen, die bisher ein fixes Gehalt bezogen haben, ihre Arbeitsleistung verringern, wenn ihnen zusätzlich ein leistungsabhängiger Bonus gezahlt wird. Bezeichnet wird dieser Effekt als "Motivation Crowding Out", also etwa "Motivationsverdrängung".
Interessanter wird das Thema, wenn man es aus der reinen Arbeitswelt herausholt und z.B. auf Felder wie die Open Source Entwicklung bezieht, wo die Beteiligung an Projekten zurückgegangen sein soll oder auf Blutspenden, wo die Spendenbereitschaft abgenommen haben soll, sobald man jeweils ein Bezahlung anbot.
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