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Posts mit dem Label "Sozialingenieurtum" werden angezeigt.

Wohngemeinschaft

Wenn man mit anderen in einer WG zusammenlebt, muss man Regeln finden, um miteinander auszukommen. Das betrifft vor allem die gemeinsam genutzten Räumlichkeiten wie Küche, Bad, Flur und weitere Gemeinschaftsräume. Hier stoßen oft unterschiedliche Reinlichkeits- und Eigentumsvorstellungen aufeinander. Im Gegensatz dazu ist man in seinem eigenen kleinen Zimmer in der persönlichen Enthaltung wesentlich freier. Aber auch hier muss man sich bei bestimmten Sachverhalten zurück nehmen. Hierzu dürfte vor allem der jeweilige Geräuschpegel aber auch evtl. Gerüche gehören. Und natürlich müssen die finanziellen Verpflichtungen geklärt, eingehalten und sanktioniert werden. Sei es die Miete oder die Kosten für gemeinsam genutztes Material (Putzmittel, Toilettenpapier, etc). Aber auch die besten ausformulierten Regeln werden Konflikte nicht ganz vermeiden können. Deswegen sollten vor allem auch Instrumente gefunden werden, um unvermeidliche Konflikte konstruktiv auszutragen. Bei all diesen ...

Sozialingenieurtum II: Freigeld

Hach, wie einen die alten Ideen wieder einholen: Zuerst wollte ich einen Artikel über eine alternative Freigeldlösung schreiben. Bei der Suche nach dem entsprechenden Aufhänger , habe ich dann gesehen, dass diese Idee so schon von anderen Ökonomen diskutiert wird. Gesell ist also in der Krise bekannter geworden. Dennoch möchte ich hier meine Überlegungen ausführen. Nach der österreichischen Schule der Ökonomie ist die Kreditschöpfung der Geschäftsbanken maßgeblich für die Entstehung eines Boom-and-Bust-Zyklus verantwortlich. Die moderne Makroökonomie sieht die Inflation jedoch als eine Methode das Geld am Umlaufen zu halten und so wiederum Rezessionen zu verhindern. Wieso also nicht eine Methode entwickeln, die den Geldumlauf aufrechterhält, aber nicht auf Inflation über Kreditschöpfung angewiesen ist? Hier nun mein Vorschlag einer etwas eleganteren Variante: Prüfen, ob die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes objektiv gemessen werden kann. Wenn ja, dann ein Gesetz machen: We...

Theorie der Mindestlöhne

Da Mindestlöhne ja gerade zurzeit wieder stärker diskutiert werden, möchte ich hier einmal die ökonomische/neoklassische Begründung für Mindestlöhne etwas genauer vorstellen. Das Standardmodell Beginnen wir zur Einführung mit der Standardannahme vollständiger Konkurrenz, sowohl auf Güter- wie auch auf Arbeitsmärkten. Unter dieser Annahme ist jeder Marktteilnehmer (Konsument, Unternehmen, Arbeiter) nur ein kleines Rädchen im Getriebe der Wirtschaft und seine einzelne Handlung hat keinen Einfluss auf den Preis. Ob der einzelne Konsument den Joghurt jetzt kauft oder nicht, hat keinen Einfluss auf den Joghurtpreis. Ebenso, ob der einzelne Unternehmer jetzt mehr oder weniger Joghurt produziert. Man geht also davon aus, dass der Preis auf den Gütermarkt für alle gegeben ist und die einzelnen Wirtschaftssubjekte nur noch eine Entscheidung über die Menge treffen, die sie zu diesem Preis konsumieren bzw. produzieren. Das gleiche gilt für das Modell eines Arbeitsmarktes bei vollständi...

Abhängigkeit

Wenn es um die Finanzierung neuer staatlicher Ausgaben, die Verminderung der (Neu)verschuldung oder der Entlastung der "unteren Einkommen" geht, wird von einigen Parteien die Besteuerung der Reichen oder Unternehmen als Lösung angesehen. Als Gegenargumente werden nach meiner Beobachtung entweder ethische (Darf man jemanden etwas wegnehmen, nur weil er mehr hat als jemand anderes? - Eine Diskussion eher in den Internetforen in denen ich mich rumtreibe) oder ökonomische (Die Leistung wird verringert oder das Land wird verlassen, was zu noch geringeren Steuereinnahmen führt) Überlegungen angeführt. Im Zusammenhang mit meinem sozialpolitischen Vorschlag , kam mir noch ein anderer Gedanke: Angenommen die mehrbesteuerten würden ihre Steuerzahlungen (vorerst) nicht reduzieren. Die Gesellschaft würde die Steuerbelastung nach und nach immer mehr von den vielen "Armen" auf die wenigen "Reichen" verschieben - was nach einigen Parteiprogrammen ja eine Wunschvorste...

Sozialingenieurtum I

Heute bau ich mir mal den Sozialstaat um. Wir schaffen alle bisherigen Sozialleistungen ab (ALG, ALG2, staatliche Rente, Kindergeld usw.) und ersetzen diese durch eine einzige Umverteilungsleistung, die an jeden Bürger ohne weitere Kriterienprüfung (nee ich glaube noch abhängig vom Alter) ausgezahlt wird (wird glaube ich unter dem Namen Grundeinkommen oder Bürgergeld diskutiert). Ist auch gleich verrechnet in der Form einer negativen Einkommensteuer möglich. Da ich aber das System gerne widerspruchsfrei(er) hätte möchte ich nicht eine Regel haben, die die Einnahmeseite regelt (also z.B. X% des Einkommens werden davon vom Staat einkassiert) und eine andere die die Ausgaben regelt (jeder Bürger bekommt im Monat Y€). Denn wenn die Einnahmen zurückgehen, dann kann logisch die Ausgabenregel nicht mehr erfüllt werden (ohne sich wieder Hals über Kopf zu verschulden). Außerdem sind Politiker dann immer versucht die Ausgaben je nach wahltaktischen Gründen anzupassen. Und die Bürger sin...