Freitag, 23. November 2012

Schaf im Wolfspelz...


...oder doch anders herum? Ansichtssache. Jedenfalls habe ich einen Artikel im Spiegelfechter zum Anlass genommen, eine von mir in diesem Blog bereits gestellt Frage, dort noch einmal zu stellen. Diesmal habe ich mich jedoch bemüht, die marktfeindliche Argumentation aufrechtzuerhalten.

Allerdings habe ich auch hier keine befriedigende Antwort bekommen, warum wir uns denn die Marktwirtschaft noch antuen, wo doch ihre Abwesenheit in anderen Bereichen als viel vorteilhafter gesehen wird.

Dienstag, 13. November 2012

Wer macht' s?

Hier jetzt mal ein Gedanke zum - Überraschung - Schreiben von Anforderungen. Da schwanke ich hin und her zwischen Pragmatismus ("Sieh‘ s nicht so streng. Der Leser weiß schon was gemeint ist.") und erkenntnistheoretischen Dogmatismus ("Die Anforderungen muss vollständig, konsistent und für jeden unmissverständlich sein. Definieren wir deswegen als erstes, was ein 'Mensch' ist!").

Ein Schlachtfeld in diesem Krieg (zwischen mir und meiner Wenigkeit) ist die Formulierung von Nutzeraktivitäten.

Da liest (und schreibt) man z.B. "Das Programm muss dem Nutzer die Möglichkeit bieten, eine Datei zu öffnen." oder "Falls der Nutzer ein neues Objekt angelegt hat, muss das Programm eine Meldung ausgeben."

Doch eigentlich verständlich, oder? Ja, aber dennoch falsch! Denn nicht der Nutzer öffnet die Datei, sondern das Programm. Der Nutzer wählt die Datei aus und gibt dem Programm den Auftrag, sie zu öffnen. Und auch das Objekt wird nicht vom Nutzer angelegt, sondern von der Software. Der Nutzer gibt nur den Auftrag, dass das Objekt angelegt werden soll.

Korrekt müsste es also z.B. heißen: "Das  Programm muss dem Nutzer die Möglichkeit bieten, eine Datei auszuwählen, die zur Anzeige vom Programm geöffnet werden soll." und "Falls der Nutzer den Menüpunkt "New Object" auswählt, muss das Programm ein neues Objekt anlegen und eine Meldung ausgeben."

Das macht die Anforderungen länger und schwerer lesbar? Na und! Schreiben von Anforderungen ist schließlich kein prosaisches Hobby, sondern eine philosophische Arbeit. Wir konstruieren eine Welt aus Worten und sie muss perfekt sein.

An dieser Stelle rücken meine Kollegen jetzt merklich etwas weiter von mir weg. Das hat sicher nichts damit zu tun, dass ich aufgesprungen bin und den Stuhl umgeworfen habe.

Nachdem ich wieder aus dem Raum heraus darf, zu dem ich zur Beruhigung eingeschl... äh der mir zur weiteren Problemanalyse bereitgestellt wurde, gebe ich bereitwillig ("Was sind das nur für schöne bunte Pillen?") nach. Letztlich weiß ja jeder was gemeint ist.

Und dann, nach Monaten des Durchhaltens, der Rückschlag beim Review: "Falls der Nutzer ein Objekt instanziiert, muss das Programm ein leeres Objekt erzeugen." Kommentar eines Reviewers "Es sollte beschrieben werden, was 'Instanziieren' bedeutet." Ja, das sollte es. Oder man verwendet ein deutsches Wort. Dann jedoch wird deutlich, dass die jeweiligen Verantwortungen nicht geklärt sind: "Falls der Nutzer ein Objekt erzeugt, muss das Programm ein leeres Objekt erzeugen."

Dann sieht man, dass der Nutzer eben nichts erzeugt oder instanziiert, sondern lediglich den Auftrag dafür an das Programm erteilt, das dann stattdessen die Erzeugung vornimmt.

Ja so etwas ist wichtig... Was?... Nein heute Morgen noch nicht...Die schmecken mir nicht so gut....Wirklich?...Oh, die sind aber schön bunt...

Dienstag, 18. September 2012

Real World Economics

Jede Menge ökonomische Vorträge. Ich bin dann mal für die nächste Zeit beschäftigt.

Dienstag, 14. August 2012

Computerspielefirmenökonomie

Yanis Varoufakis ist ein Ökonomieprofessor, der von einer Softwarespielefirma gebeten wurde, sie zu beraten. Eigentlich wollte ich aber nur auf diesen Artikel von ihm über das Management bei Valve verlinken (bzw. die ökonomischen Abhandlungen darüber).

Donnerstag, 26. Juli 2012

Rationalisierung und Monopoly

Ein Freund schickte mir vorgestern eine Mail mit einigen Fragen, die ich doch in meinem Blog beantworten könne. Ich versuche es hiermit einmal.

"[...] man hört ja Sachsen. Foxcon kauft Industrieroboter. Sie sind jetzt schon billiger als chinesische Wanderarbeiter.
An der Supermarktkasse kann ich selber meine Einkäufe scannen. Kein Angestellter kümmert sich um mich. Die Maschnine ist billiger.
Da ist das Gerede von zwei Möglichkeiten, einer noch größeren Schere zwischen Arm und Reich, weil die Armen keinen Job finden. Und dann das neue Athen, wo Maschinen unsere Sklaven sind, und wir müßig in der Sonne sitzen und philosophieren können.
Zweiteres klingt ein bischen nach Kommunismus, denn irgendjemand muss die Reichtümer umverteilen. Wir sind ja eben doch geizig.
Damit ist die Schere der plausiblere Weg."

"[...] Wenn nur noch die Besitzer der mächtigen Maschinen Geld bekommen, weil sie alle Arbeitskraft inne haben, wo ist dann der Markt? Das Heer der (z.T. unfreiwillig) Arbeitslosen kann die ganzen produzierten Güter gar nicht mehr kaufen, weil ihnen das Geld fehlt."

"[...] So lange die Technik dumme Sklaven sind, die nur auf Kommando des Inhabers produzieren, kommt doch der Tag, wo sich das System selbst abschafft."

"[...] Wie wird es weiter gehen mit dieser Welt?"

Das kommt auf die Modellannahmen an und da gibt es keine einheitliche Meinung. Die klassische Ansicht zur Rationalisierung (Siehe Bastiat, "Was man sieht und was man nicht sieht" Kapitel: "Die Maschine") geht davon aus, dass die Unternehmen in Konkurrenz miteinander um Kunden und Arbeitskräfte stehen und die Arbeiter schnell ihre Qualifikation ändern können.

Unter diesen Annahmen würden die technischen Verbesserungen, die eine Firma einführt bald von anderen Firmen übernommen. Durch den Wettbewerb würden die Einsparungen zu Preissenkungen führen, was bedeutet, dass die Kunden die Produkte billiger kaufen können. Die Einsparung die die Kunden dadurch habe, geben sie dann für andere Produkte aus, deren Nachfrage sich entsprechend erhöht. Die an dieser Stelle ansteigende Produktion saugt dann die freien Arbeiter auf. Im Ergebnis hat sich der Wohlstand für alle demnach erhöht.

Diese Theorie baut auf der Aussage Say's auf, nachdem jedes Einkommen, welches man durch Produktion erlangt, auch sofort wieder zum Erwerb von produzierten Gütern verwendet wird.

Das wird nun wieder von anderen Modellen angezweifelt (ich nenne mal Keynes, aber da ich ihn nicht gelesen habe, beziehe ich mich lieber auf die Freiwirtschaftslehre, die ich kenne).

Diese gehen davon aus, dass mit zunehmenden Geldeinkommen das Geld immer weniger für Konsum - und wenn sich keine lukrativen Investitionen bieten, auch nicht für diese - ausgegeben wird. Stattdessen wird das Geld gehortet und fragt die produzierten Güter eben nicht nach.

Die Antwort der Freiwirtschaftslehre ist nun eine Gebühr auf die Geldhortung zu legen, um damit eben den Geldkreislauf aufrechtzuerhalten.

Eine andere, teilweise heute angewendete Lösung ist die, dass der Staat das Geld wieder hervorlocken soll. Dies soll er zum einen dadurch tun, dass er Schulden aufnimmt (also Anlagemöglichkeiten bietet, die attraktiver sind als die Geldhortung) und mit dem so aufgenommenen Geld die produzierten Güter vom Markt nachfragt. Zum anderen solle er immer eine "leichte" Inflation fahren (bzw. vielmehr dafür sorgen, dass die Menschen glauben, er würde inflationieren) um die Geldhortung eben unattraktiver zu machen (da das liegende Geld ja immer weniger wert wird) und so den Geldfluss am Laufen zu halten.

Inflation sehen nun aber die Österreicher als problematisch an. Zum einen führe der Cantillon-Effekt zu einer Umverteilung von denjenigen bei denen das neue Geld als letztes ankommt (z.B. Bezieher fester Einkommen, Rentner) hin zu jenen, die das frische Geld als erstes erhalten (z.B. Finanzindustrie). Zum anderen verzehre Inflation die Preisstruktur und führe zu Fehlinvestitionen (Blasen) die regelmäßig fehlschlagen (platzen) und zur Krise führen. Geldhortung ist für die Österreicher kein Problem, da eine geringe Nachfrage letztlich zu sinkenden Preisen führe, so dass die Geldhortung einzelner sogar den Wohlstand aller erhöhe.

Keynes hingegen meint, dass dieses Sinken der nominalen Preise (und Löhne) jedoch in der Realität nicht möglich sei, da hier die Preise (kurzfristig) rigide (starr) sind, weswegen Kauf- und Investitionszurückhaltung also doch staatliche Interventionen notwendig machen würden (siehe oben!).

Das ist jetzt nur ein grober Überblick über die Theorien die mir bis jetzt begegnet sind.

"Bei Monopoly gibt es immer nur einen Gewinner und kurz vorher kann schon niemand mehr die vollständige Schlossalleemiete zahlen. Am Ende reicht es nicht mal mehr für das Hotel der Badstraße."

Die Spielregeln von Monopoly stellen natürlich auch nur ein Modell dar, das mit der Realität nur bedingt übereinstimmt (und darauf ausgelegt sind, dass es nur einen Gewinner gibt. Ein Spiel, dass ewig geht, weil nie jemand verliert, würde wahrscheinlich niemand spielen). Allerdings kann man hier wenigsten ohne moralische Bedenken experimentieren und beobachten, was sich verändert.

Ich würde z.B. mal spontan zwei Regeländerungen einführen, um das Modell vielleicht etwas realistischer zu machen.
  1. In der Realität unterliegen wir gewissen Zwängen, aber haben doch schon die eine oder andere Wahlmöglichkeit. Ich würde deswegen zwar schon den Würfelwurf beibehalten (Zwang), jedoch als kleine Wahlmöglichkeit einführen, dass der Spieler entscheiden kann, ob er auf dem gewürfelten Feld zum Stehen kommt, oder bereits ein Feld zuvor. Wenn er also z.B. eine Zwölf würfelt, dann kann er entscheiden, ob er zwölf Schritte geht, oder nur elf, bei einer acht, acht oder sieben usw.
  2. Auch bei der Preisgestaltung ist der Anbieter eines Produktes in der Realität etwas flexibler. Auch der Besitzer einer Straße soll die vorgegebenen Mieten nicht einfach so hinnehmen müssen, sondern diese nach eigenen Wünschen (nach oben oder unten) verändern können und diese jeweils immer für eine gewisse Zeit (z.B. zwei Runden? um die kurzfristige Rigidität abzubilden) festsetzen.

Bin gespannt, wie sich solch ein Monopolyspiel entwickeln würde.

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Freitag, 20. Juli 2012

Datenschutzskandal im Kindergarten

Man ist ja sensibilisiert. Facebook und Co. sage ich nur! Ich bin ja nicht von gestern; bin ja topfit in den "neuen Medien".

Gestern also brachte unser Kind so ein "Facebook" mit nachhause und sollte es ausfüllen. "Meine Kindergartenfreunde" - ha. Da werden sensibelste Daten abgefragt. U.a. Name, Geburtsdatum, Lieblingsessen, Lieblingsspiele, ein Foto und eine eigene Zeichnung.

Da war ich aber sofort auf der Hut und habe das gleich konfisziert. Daraus lassen sich doch Persönlichkeitsprofile bis zu den Urgroßeltern erstellen. Die eigene Zeichnung dient ganz klar der graphologischen Analyse, um Rückschlüsse auf den psychologischen Zustand zu ermöglichen.

"Wer hat Dir diesen Trojaner in den Rucksack geschmuggelt?" fragte ich mein Kind. Ihre Freundin hätte es ihr gegeben. Ein Skandal! Da werden Kinder schon Opfer der Adresshändler.

Na ihrer Freundin habe ich aber heute mal die Meinung gegeigt: Was sie sich erlaube. Ob sie denn kein Unrechtsbewusstsein hätte. Dass ich beim nächsten Mal meinen Anwalt einschalten werde.

Die Kindergärtnerin forderte mich daraufhin auf, ich solle das Kind nicht so anmotzen. Ich solle jetzt gehen und das Buch doch bitte wieder ihrer Besitzerin geben. Aha, der ganze Kindergarten steckt da also mit drin. Institutionalisierter Datenklau.

Ich habe gleich mal eine Eingabe beim Bundesdatenschutzbeauftragten gemacht.

Dienstag, 29. Mai 2012

Sanktionen


Der Lehrstuhl, bei dem ich meine Bachelorarbeit schreiben will, schlug mir vor mich mit Sanktionen aus ökonomischer Sicht zu beschäftigen. Als Einstiegsliteratur wurde mir der Artikel "Are Sanctions Effective? A Game-Theoretic Analysis" von George Tsebelis zur Verfügung gestellt.

Der Artikel

Tsebelis geht den Fragen nach, wie effektiv Sanktionen von Staaten gegen andere Staaten sind, was die Gründe für eine niedrige Effektivität sind, was die theoretisch optimale "Sanktionsmenge" auf der einen bzw. "Kooperationsmenge" auf der anderen Seite ist, und von welchen Faktoren diese optimalen Mengen abhängen.

Hierfür betrachtet er sechs Szenarien in einem Spiel mit einem Sanktionssender und einem Sanktionsempfänger und variiert verschiedene Modellparameter, wie z.B. das den Spielern zur Verfügung stehende Wissen, die Reihenfolge ihrer Entscheidungen oder die Skalierbarkeit ihrer Mengenwahl.

Er kommt zu dem Schluss, dass die jeweils optimalen Mengen unabhängig sind von den von ihm variierten Parametern. Als besonders wichtige Erkenntnis hebt Tsebelis hervor, dass die optimale Sanktions- bzw. Kooperationsmenge des jeweiligen Spielers nicht von seinen eigenen erwarteten Einnahmen und Kosten abhängt, sondern stattdessen von denen seines Gegenspielers.

Konkret heißt dies, dass der von Sanktionen bedrohte Spieler seine Kooperationsbereitschaft nicht ändern wird, auch wenn sich die Kosten, die sich durch eine Kooperation oder Sanktion für ihn ergeben, ändern. Sollten sich jedoch die erwarteten Einnahmen bzw. Kosten für seinen Gegenspieler ändern (wird z.B. Sanktionieren günstiger) beeinflusst dies sehr wohl seine Kooperationsbereitschaft, nicht jedoch aber die Bereitschaft zur Sanktion eben dieses Gegenspielers.

Die durch dieses Ergebnis widerlegte Vorstellung, dass nur die eigenen Kosten und Einnahmen Auswirkungen auf Entscheidungen eines Akteurs haben, bezeichnet Tsebelis als den "Robinson-Crusoe-Irrtum".

Die konkreten Handlungsempfehlungen für Länder, die durch Sanktionen andere Länder zu einem gewünschten Verhalten zwingen wollen, lautet dann auch, nicht zu versuchen die Kosten für das Empfängerland zu erhöhen (z.B. durch härtere Sanktionen) sondern statt dessen die eigenen Kosten, die einem durch Sanktionen entstehen zu minimieren.

Eine Überprüfung seiner theoretischen Erkenntnisse versucht Tsebelis durch einen Abgleich mit einer empirischen Studie, welche sich mit internationalen Sanktionen seit dem ersten Weltkrieg bis Mitte der 1980er Jahre beschäftigt.

Diese Studie leitet aus den empirischen Daten Handlungsempfehlungen ab, die Tsebelis nun entsprechend theoretisch begründet.

Nicht mein Thema

In der Abschlussarbeit soll ich mir einige Fragen überlegen, die ich dann versuchen soll in dieser Arbeit zu beantworten. Von großem Vorteil - weil motivationssteigernd - ist es, wenn man persönlich an den Antworten auf diese Fragen interessiert ist, und hier mangelt es mir leider an Interesse. Warum genau kann ich nicht sage. Zum einen bestimmt, weil mich Außenpolitik nicht so sehr interessiert.

Aber auch der Versuch, den Themenbereich von der internationalen Ebene auf die lokale Ebene zu übertragen (z.B. die Nutzung von Sanktionen zur Bereitstellung von öffentlichen Gütern ohne staatlichen Zwang) ließ in mir, zumindest bis jetzt, keine mich interessierende Fragestellung aufkeimen.

Ich bat deswegen meinen Betreuer, mir ein anderes Thema zuzuweisen bzw. mich vielleicht noch anders für dieses Thema zu motivieren.

Vielleicht liegen meinen Lesern ja auch zu diesem Bereich Fragen auf den Herzen, die mich auch dazu motivieren können mich doch noch mit diesem Thema tiefer auseinanderzusetzen.

Mittwoch, 9. Mai 2012

Sozialingenieurtum II: Freigeld


Hach, wie einen die alten Ideen wieder einholen: Zuerst wollte ich einen Artikel über eine alternative Freigeldlösung schreiben. Bei der Suche nach dem entsprechenden Aufhänger, habe ich dann gesehen, dass diese Idee so schon von anderen Ökonomen diskutiert wird. Gesell ist also in der Krise bekannter geworden. Dennoch möchte ich hier meine Überlegungen ausführen.

Nach der österreichischen Schule der Ökonomie ist die Kreditschöpfung der Geschäftsbanken maßgeblich für die Entstehung eines Boom-and-Bust-Zyklus verantwortlich. Die moderne Makroökonomie sieht die Inflation jedoch als eine Methode das Geld am Umlaufen zu halten und so wiederum Rezessionen zu verhindern.
Wieso also nicht eine Methode entwickeln, die den Geldumlauf aufrechterhält, aber nicht auf Inflation über Kreditschöpfung angewiesen ist?

Hier nun mein Vorschlag einer etwas eleganteren Variante:
  1. Prüfen, ob die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes objektiv gemessen werden kann.
  2. Wenn ja, dann ein Gesetz machen: Wenn die Umlaufgeschwindigkeit 3 Wochen hintereinander unter dem Wert X liegt, wird die aktuell umlaufende Geldmenge widerrufen. Die alten Geldscheine und Münzen können bei der Zentralbank gegen neue getauscht werden, jedoch mit einen Abschlag von 10 %. Zentralbankguthaben wird ebenfalls um 10 % vermindert.
  3. In den wöchentlichen Nachrichten wird die aktuelle Umlaufgeschwindigkeit bekanntgegeben, mit der kurzen Erwähnung dieses Gesetzes.

Ich möchte vermuten mal, dass so der Umlauf des Geldes oberhalb eines bestimmten Niveaus gehalten werden kann, ohne dass dieses Gesetz je angewendet werden muss. Und wir hätten die negativen Effekte der Inflation nicht.

Freitag, 4. Mai 2012

Potentielle Abschlussarbeitsthemen


Für meine Bachelorrarbeit hatte ich mir einige Themen überlegt, die ich gerne bearbeitet hätte. Die ersten vier habe ich meinem Betreuer als Vorschlag geschickt, dieser schlug allerdings ein anderes Thema vor (welches ich im nächsten Blogeintrag vorstellen werde).

Hier nun meine Ideen zu möglichen Themenfeldern.

Öffentliche Güter:

Interessant fände ich die Auseinandersetzung mit der Theorie, dass ohne staatlichen Zwang keine öffentlichen Güter bereitgestellt würden. Hier könnte zum einen überprüft werden, ob es empirische Belege gibt, die diese Aussage widerlegen bzw. einschränken. Zum anderen könnten alternative Theorien untersucht werden, die Erklärungen anbieten, wie öffentlicher Güter auch ohne staatlichen Zwang bereitgestellt werden können und unter welchen Randbedingungen (z.B. nur bis zu einer bestimmten Gruppengröße oder unter bestimmten rechtlichen Rahmenbedingungen o.Ä.)


Intellektuelles Eigentum:

Urheber- und Patentrecht sind ja der Versuch öffentliche Güter (Informationen) durch Private bereitstellen zu lassen. Zurzeit findet in der Gesellschaft ja auch eine Diskussion über die mögliche Neugestaltung des Urheberrechts statt. Was sagt die Ökonomie dazu? Gibt es vielleicht auch empirische Untersuchungen, die verschiedene Rechtsmodelle auf ihr Kosten-Nutzenverhältnis untersuchen? Z.B. wird das Patenrecht damit gerechtfertigt, dass ohne dies keine teuren Investitionen unternommen würden. Jedoch zeigt die Erfahrung auch, dass auch sogenannte "Trivialpatente" patentiert werden, deren geringe Entwicklungskosten einen solchen Monopolstatus kaum rechtfertigen. Überwiegt also beim Patenrecht der Nutzen durch Erfindungen die sonst nicht gemacht würden oder eher die Kosten durch Monopole, die sonst nicht existieren würden?


Privatisierung:

Über die Vor- und Nachteile von Privatisierungen gibt es in der Politik ja verschiedene Meinungen. Was sagt die Ökonomie dazu? Welche Bereiche können mit garantiertem Nutzen privatisiert werden? Welche sollten auf keinem Fall privatisiert werden? Welche Strategien der Privatisierung gibt es? Könnte ein Staatsunternehmen z.B. in eine AG umgewandelt werden und deren Aktien dann an die Bürger aufgeteilt werden? Welche Erfahrungen gibt es dazu?


Haftung:

Laufen Haftungsbeschränkungen der Idee der Marktwirtschaft, in der Gewinne und Verluste dem Verursacher zuzuschreiben sind, nicht zuwider? Führen Haftungsbeschränkungen vielleicht gerade zu unverantwortlicherem, risikoreicherem Verhalten? Wie müssten Kapitalgesellschaften ohne Haftungsbeschränkungen organisiert sein? Wären große Kapitalgesellschaften dann überhaupt noch möglich? Wäre dies schlecht, weil größere Projekte dann nicht mehr möglich wären oder wäre dies sogar gut, weil damit auch ein "To big to failed" nicht mehr mögliche wäre? Was wäre der Nettoeffekt?


Cantillon-Effekt:

Dem Cantillion-Effekt nach führt Inflation zu einer Umverteilung, zu denen, die das neu herausgegebene Geld als erstes erhalten, von denen, die das Geld als letztes erhalten. Ist dieser Effekt empirisch nachweisbar? Wie groß ist er? Welche geldpolitischen Folgen kann diese Erkenntnis haben?


Alternative Gewerkschaftsstrategien:

Welche alternativen Strategien zum Streik haben Arbeitnehmer bzw. die Gewerkschaften, um Ihre Forderungen umzusetzen? Wäre zum Beispiel der Kauf von Unternehmensanteilen statt Streiks zumindest langfristig erfolgsversprechender? Zum einen würde man von den Gewinnausschüttungen profitieren, zum anderen säße man bald auf beiden Seiten des Verhandlungstisches und könnte seine Gehaltsforderungen einfach umsetzen.


Bildungssystem:

Welche empirischen Erfahrungen gibt es bzgl. der Bildungspflicht gegenüber der Schulpflicht? Wie sieht es mit Schulgutscheinen aus?

Donnerstag, 26. April 2012

Theorie der Mindestlöhne


Da Mindestlöhne ja gerade zurzeit wieder stärker diskutiert werden, möchte ich hier einmal die ökonomische/neoklassische Begründung für Mindestlöhne etwas genauer vorstellen.

Das Standardmodell

Beginnen wir zur Einführung mit der Standardannahme vollständiger Konkurrenz, sowohl auf Güter- wie auch auf Arbeitsmärkten. Unter dieser Annahme ist jeder Marktteilnehmer (Konsument, Unternehmen, Arbeiter) nur ein kleines Rädchen im Getriebe der Wirtschaft und seine einzelne Handlung hat keinen Einfluss auf den Preis.

Ob der einzelne Konsument den Joghurt jetzt kauft oder nicht, hat keinen Einfluss auf den Joghurtpreis. Ebenso, ob der einzelne Unternehmer jetzt mehr oder weniger Joghurt produziert. Man geht also davon aus, dass der Preis auf den Gütermarkt für alle gegeben ist und die einzelnen Wirtschaftssubjekte nur noch eine Entscheidung über die Menge treffen, die sie zu diesem Preis konsumieren bzw. produzieren.

Das gleiche gilt für das Modell eines Arbeitsmarktes bei vollständiger Konkurrenz. Der Arbeitslohn wird als gegeben betrachtet und die Unternehmen entscheiden nur noch, wie viel Arbeiter sie zu diesem Lohn nachfragen, während die einzelnen Arbeiter sich überlegen, wie viel Arbeit sie zu diesem Lohn anbieten wollen. Auch hier hat die Entscheidung eines einzelnen Unternehmens bzw. Arbeiters keinen Einfluss auf den Lohn.

In diesem Modell konkurrieren die Unternehmen sich den Gewinn auf null herunter. Der Preis den der Konsument dann zahlt, entspricht den Stückkosten und diese wiederrum (ich ignoriere jetzt mal die Kapitalkosten) entsprechen den Lohnkosten je Stück.

Unter diesen Annahmen würde ein Mindestlohn (je Stück), der über dem aktuellen Stücklohn liegt, die Unternehmen dazu zwingen die Preise zu erhöhen, wenn sie keinen Verlust machen wollen. Die Konsumenten würden weniger nachfragen, was wiederum zu einer geringeren Nachfrage nach Arbeitskräften führt und Arbeitslosigkeit erzeugt. Soweit, so bekannt.

Monopson auf dem Arbeitsmarkt

Gehen wir nun im nächsten Schritt jedoch von der Annahme der vollständigen Konkurrenz ab. Das Unternehmen befindet sich zwar auf den Gütermarkt immer noch in einem Konkurrenzmarkt; auf den Arbeitsmarkt hat es jedoch eine Monopsonstellung - es ist der einzige, bzw. größte Arbeitsnachfrager. Ein Lehrbuchbeispiel hierfür ist das Sägewerk im einsamen Bergtal, das für den überregionalen oder internationalen Markt produziert, aber nur auf die lokalen Arbeitskräfte zurückgreifen kann, die wiederrum keine große Auswahl haben.

In diesem Fall gibt es für das Unternehmen keinen gegeben Lohn. Fragt es mehr Arbeitskräfte nach, muss es dem Einzelnen auch mehr Lohn zahlen und umgekehrt. In diesem Fall kann das Unternehmen seinen Gewinn auf einem positiven Niveau maximieren. Das Unternehmen könnte seine Produktion zwar durch Mehreinstellungen ausbauen, diese zusätzlichen Arbeitskräfte bekommt es jedoch nur, wenn es mehr Lohn zahlt (den neuen, damit sie überhaupt bereit sind zu arbeiten und zusätzlich auch noch den bereits beschäftigten). Dieser Gesamtlohnzuwachs ist jedoch größer als der zusätzliche Ertrag aus der Mehrproduktion, was seinen Gewinn reduzieren würde. Aus diesem Grund beschäftigt das Unternehmen weniger Arbeitskräfte (und zahlt diesen auch weniger) als es könnte.

Würde hier ein Mindestlohn eingeführt, der oberhalb der aktuellen Lohnstückkosten liegt, jedoch nicht höher als der Stückpreis den die Konsumenten zahlen, würde dies nicht zur Entlassung von Arbeitern führen. Der Unternehmer würde sogar noch mehr Arbeitskräfte nachfragen, da der Lohn ja bereits gestiegen ist und er nun wieder nur die Menge anpasst (um auch mehr zu produzieren und die Kosten durch einen größeren Ertrag abzufangen).

Soviel zur Theorie. Nun kommen die Fragen an die empirische Forschung: Haben wir denn auf den Arbeitsmarkt vollständige Konkurrenz oder überwiegen die Monopsone? Und wenn die Monopsone überwiegen, wie liegt der Konkurrenzlohn, der die obere Grenze für den Mindestlohn festlegt? Und ist diese Grenze global (national/branchenweit/branchenübergreifend) einheitlich?

Man könnte sich z.B. ein monopsonistisches IT-Unternehmen vorstellen, dass seinen Ingenieuren weniger als den möglichen Konkurrenzlohn zahlt. Ein allgemeiner Mindestlohn auf der Höhe dieses Konkurrenzlohnes, um den Missstand dieser unterprivilegierten Gruppe zu beseitigen, könnte evtl. negative Auswirkungen auf andere Arbeitskräfte haben, die in anderen Brachen (Regionen) einen niedrigeren Konkurrenzlohn haben.

Zusammenfassung

Ein (neoklassischer) Ökonom kann sehr wohl die Meinung vertreten, dass es Mindestlöhne geben sollte. Nämlich dann, wenn er annimmt, dass auf den Arbeitsmärkten Monopsone vorliegen.  Er wird als Mindestlohn jedoch kein irgendwie geartetes "Existenzminimum" oder "einen Lohn von dem man leben kann" vorschlagen. Für ihn muss der Mindestlohn auf dem Niveau liegen, das bei vollständiger Konkurrenz herrschen würde (das kann für viele immer noch zu wenig sein). Skeptisch wird er gegenüber einem einheitlichen Mindestlohn sein, da sich die möglichen Konkurrenzlöhne nach Region und Branche unterscheiden dürften. Am besten wäre für ihn wahrscheinlich ein jeweils unternehmensspezifischer Mindestlohn. Dann müsste er aber Informations- und Bürokratiekosten ignorieren.

Dienstag, 10. April 2012

Gleichberechtigung


An dieser Stelle möchte ich einmal auf den Block von Arne Hoffmann aufmerksam machen, der sich für die Gleichberechtigung (nicht nur) von Mann und Frau einsetzt und hierzu die Benachteiligung der Männer thematisiert.

Sonntag, 1. April 2012

Staatsausgaben


Vor einiger Zeit nahm ich an einer Diskussion teil, bei der jemand behauptete, dass es uns besser gehen würde, wenn wir das Geld, das wir ins Militär stecken, stattdessen in den Sozial- und Gesundheitsbereich stecken würden. Ich wies darauf hin, dass die deutschen Verteidigungsausgaben unter 10 Prozent liegen dürften und der größte Brocken bei den Sozialausgaben liegt, bei fast 50 Prozent. Mein Diskussionspartner erwiderte, dass er das anzweifle.

Aus diesem Grund habe ich noch einmal nachgelesen und möchte das Ergebnis auch hier gleich präsentieren. Quelle ist das statistische Jahrbuch 2011, S. 578. Ich habe nur Angaben zum Jahr 2008 gefunden, wenn jemand die Daten für ein neueres Jahr kennt, möge er mir das bitte mitteilen.
Demnach machten 2008 die Verteidigungsausgaben 2,4 Prozent der gesamten Staatsausgaben aus, die Sozialausgaben beliefen sich auf 55,5 Prozent, gefolgt von der allgemeinen Finanzwirtschaft, unter der u.a. die Zinszahlung für Staatschulden zu finden ist.

 

Freitag, 10. Februar 2012

Abhängigkeit

Wenn es um die Finanzierung neuer staatlicher Ausgaben, die Verminderung der (Neu)verschuldung oder der Entlastung der "unteren Einkommen" geht, wird von einigen Parteien die Besteuerung der Reichen oder Unternehmen als Lösung angesehen.

Als Gegenargumente werden nach meiner Beobachtung entweder ethische (Darf man jemanden etwas wegnehmen, nur weil er mehr hat als jemand anderes? - Eine Diskussion eher in den Internetforen in denen ich mich rumtreibe) oder ökonomische (Die Leistung wird verringert oder das Land wird verlassen, was zu noch geringeren Steuereinnahmen führt) Überlegungen angeführt.

Im Zusammenhang mit meinem sozialpolitischen Vorschlag, kam mir noch ein anderer Gedanke: Angenommen die mehrbesteuerten würden ihre Steuerzahlungen (vorerst) nicht reduzieren. Die Gesellschaft würde die Steuerbelastung nach und nach immer mehr von den vielen "Armen" auf die wenigen "Reichen" verschieben - was nach einigen Parteiprogrammen ja eine Wunschvorstellung zu sein scheint. Könnte dieser Schuss nicht nach hinten los gehen?

Nüchtern betrachtet wäre es dann doch gleichgültig wer die Regierung wählt oder über Gesetze abstimmt. Wenn alle Staatseinnahmen von immer weniger Personen erbracht werden, hängt die Gesellschaft von diesen ab. Was will man machen, wenn diese plötzlich aufhören wollen zu arbeiten? Ist ja schließlich nicht verboten.

Demokratie scheint demnach nicht von formalen Wahlregelungen abzuhängen, sondern eher von einer gleichmäßigen Besteuerung - oder anders: davon wer den Staat finanziert.

Montag, 16. Januar 2012

Seminar: Arbeit

Hier nun meine Seminararbeit mit dem Hinweis, dass das Thema nur unvollständig durch zwei Modelle betrachtet wird. Außerdem habe ich bei der Vorbereitung auf den Vortrag bemerkt, dass der letzte Absatz auf Seite 13 und der erste Absatz auf Seite 14 falsch sind.