Freitag, 4. Mai 2012

Potentielle Abschlussarbeitsthemen


Für meine Bachelorrarbeit hatte ich mir einige Themen überlegt, die ich gerne bearbeitet hätte. Die ersten vier habe ich meinem Betreuer als Vorschlag geschickt, dieser schlug allerdings ein anderes Thema vor (welches ich im nächsten Blogeintrag vorstellen werde).

Hier nun meine Ideen zu möglichen Themenfeldern.

Öffentliche Güter:

Interessant fände ich die Auseinandersetzung mit der Theorie, dass ohne staatlichen Zwang keine öffentlichen Güter bereitgestellt würden. Hier könnte zum einen überprüft werden, ob es empirische Belege gibt, die diese Aussage widerlegen bzw. einschränken. Zum anderen könnten alternative Theorien untersucht werden, die Erklärungen anbieten, wie öffentlicher Güter auch ohne staatlichen Zwang bereitgestellt werden können und unter welchen Randbedingungen (z.B. nur bis zu einer bestimmten Gruppengröße oder unter bestimmten rechtlichen Rahmenbedingungen o.Ä.)


Intellektuelles Eigentum:

Urheber- und Patentrecht sind ja der Versuch öffentliche Güter (Informationen) durch Private bereitstellen zu lassen. Zurzeit findet in der Gesellschaft ja auch eine Diskussion über die mögliche Neugestaltung des Urheberrechts statt. Was sagt die Ökonomie dazu? Gibt es vielleicht auch empirische Untersuchungen, die verschiedene Rechtsmodelle auf ihr Kosten-Nutzenverhältnis untersuchen? Z.B. wird das Patenrecht damit gerechtfertigt, dass ohne dies keine teuren Investitionen unternommen würden. Jedoch zeigt die Erfahrung auch, dass auch sogenannte "Trivialpatente" patentiert werden, deren geringe Entwicklungskosten einen solchen Monopolstatus kaum rechtfertigen. Überwiegt also beim Patenrecht der Nutzen durch Erfindungen die sonst nicht gemacht würden oder eher die Kosten durch Monopole, die sonst nicht existieren würden?


Privatisierung:

Über die Vor- und Nachteile von Privatisierungen gibt es in der Politik ja verschiedene Meinungen. Was sagt die Ökonomie dazu? Welche Bereiche können mit garantiertem Nutzen privatisiert werden? Welche sollten auf keinem Fall privatisiert werden? Welche Strategien der Privatisierung gibt es? Könnte ein Staatsunternehmen z.B. in eine AG umgewandelt werden und deren Aktien dann an die Bürger aufgeteilt werden? Welche Erfahrungen gibt es dazu?


Haftung:

Laufen Haftungsbeschränkungen der Idee der Marktwirtschaft, in der Gewinne und Verluste dem Verursacher zuzuschreiben sind, nicht zuwider? Führen Haftungsbeschränkungen vielleicht gerade zu unverantwortlicherem, risikoreicherem Verhalten? Wie müssten Kapitalgesellschaften ohne Haftungsbeschränkungen organisiert sein? Wären große Kapitalgesellschaften dann überhaupt noch möglich? Wäre dies schlecht, weil größere Projekte dann nicht mehr möglich wären oder wäre dies sogar gut, weil damit auch ein "To big to failed" nicht mehr mögliche wäre? Was wäre der Nettoeffekt?


Cantillon-Effekt:

Dem Cantillion-Effekt nach führt Inflation zu einer Umverteilung, zu denen, die das neu herausgegebene Geld als erstes erhalten, von denen, die das Geld als letztes erhalten. Ist dieser Effekt empirisch nachweisbar? Wie groß ist er? Welche geldpolitischen Folgen kann diese Erkenntnis haben?


Alternative Gewerkschaftsstrategien:

Welche alternativen Strategien zum Streik haben Arbeitnehmer bzw. die Gewerkschaften, um Ihre Forderungen umzusetzen? Wäre zum Beispiel der Kauf von Unternehmensanteilen statt Streiks zumindest langfristig erfolgsversprechender? Zum einen würde man von den Gewinnausschüttungen profitieren, zum anderen säße man bald auf beiden Seiten des Verhandlungstisches und könnte seine Gehaltsforderungen einfach umsetzen.


Bildungssystem:

Welche empirischen Erfahrungen gibt es bzgl. der Bildungspflicht gegenüber der Schulpflicht? Wie sieht es mit Schulgutscheinen aus?

Kommentare:

  1. Was versteht man unter öffentlichen Gütern? Sind das z.B. Autobahnen? Falls ja, fände ich das Theme interessant.

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  2. Öffentliche Güter zeichnen sich durch Nichtrivalität und Nichtausschlussfähigkeit aus.

    Nichtrivalität bedeutet, dass ein Konsument nicht am Konsum eines Gutes gehindert wird, auch wenn noch ein anderer dieses Gut konsumiert. Öffentlich gespielte Musik wäre ein Beispiel dafür. Das Brötchen das ich esse - als ein privates Gut - kann hingegen nicht noch einmal von jemand anderen gegessen werden.

    Nichtauschlussfähigkeit heißt, dass niemand (ohne hohe Kosten) vom Konsum des Gutes ausgeschlossen werden kann. Beispiele hierfür wären die Landesverteidigung oder die Rechtsordnung.

    Ausgehend von einem egoistischen Homo oeconomicus, kommt die Ökonomie zu dem Schluss, dass öffentliche Güter nicht bzw. nur in unzureichendem Maße auf dem Markt bereitgestellt werden, da jeder darauf baut, dass die anderes es schon finanzieren werden, man aber dennoch (wegen der Nichtausschlussfähigkeit) davon profitieren wird.
    Die Lösung der Ökonomen lautet: Der Staat muss die Bereitstellung durch Zwang garantieren.

    Die Einordnung von Güter in öffentlich und privat ist nicht unbedingt objektiv eindeutig möglich. Wären Autobahnen nur noch via Maut zugänglich, wären sie auschlussfähig und würden damit zu private Güter (und damit auch privat bereitstellbar).

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