Mittwoch, 14. September 2016

Flohmarktfund


Letzten Freitag waren wir in der hiesigen Stadtbücherei gewesen, um unseren Vorrat an Kinder- und Jugendbüchern sowie Hörspielen aufzufrischen. Während die Bibliothekarin die aktuelle Auswahl unserer Kinder abarbeitete, schaute ich mir die Reste des Bücherflohmarkts an. Von den zu Beginn vollgepackten fünf Tischen war nur noch ein kleiner einzelner Stapel übrig geblieben.

Beim Überfliegen des Angebots fiel mir ein Buch mit dem Titel "Abenteuer in BASIC" ins Auge, das aussah wie ein Kinderbuch. Ich dachte etwas wie "hey, die haben das ja wie die Programmiersprache genannt."

Cover des Buchs "Abenteuer in BASIC"


Und tatsächlich: Es handelte sich um ein Comic aus dem Jahre 1984, das die Programmierung in BASIC erklärt.

Ich habe mich gefreut wie Rumpelstilzchen und diesen Schatz gleich für fünfzig Cent erstanden.

Jetzt will ich gleich mal wieder was in BASIC programmieren. :-)

"Abenteuer in BASIC" Seiten 44 und 45


Sonntag, 3. Juli 2016

Europäische Federalist Papers


Zunächst einmal die gute Nachricht: Als sich 1774 die amerikanischen Kolonien von der britischen Regierung lossagten, kam es erst einmal zum Krieg, an dessen Ende die Sezession erfolgreich war. Und auch als sich 1861 die Südstaaten von der amerikanischen Bundesregierung lossagten, kam es zum Krieg, an dessen Ende die Sezession nicht erfolgreich war. Europa hat aus diesen Erfahrungen zumindest soviel gelernt, dass es ein juristisches Regelwerk geschaffen hat, dass eine Sezession ohne blutige Auseinandersetzung ermöglicht. Ein großer Pluspunkt.

Jedoch ist wahrscheinlich die selbe bürokratische Gründlichkeit dafür verantwortlich, dass der gescheiterte europäische Verfassungsentwurf 30 mal länger ist als sein amerikanisches Pendant [1]. Außerdem vermisse ich ganz besonders ein europäisches Gegenstück zu den amerikanischen Federalist Papers. Für eine europäische Verfassung ist der Zug bereits abgefahren und wird voraussichtlich auch nicht allzu bald wieder bei uns anhalten. Aber für europäische Federalist Papers ist es nicht zu spät.

Wo also sind die Europäer, die einen ähnlichen leidenschaftlichen Verfassungskommentar für den Vertrag von Lissabon veröffentlichen? In welchem sie die Notwendigkeit einer Union begründen, die Befugnisse der Union klären, die Verhältnisse zwischen dieser, den Einzelstaaten und den Bürgern darlegen und die Organe der Union vorstellen sowie deren Aufgaben, Rechte und Pflichten?

Die Federalist Papers sollten die amerikanische Bevölkerung und die Staatsparlamente von der neuen und unbekannten Staatsstruktur überzeugen, was ihnen, wie die über zweihundertjährige Existenz der Vereinigten Staaten beweist, auch gelang.

Können wir eine solche Leistung auch von europäischen Intellektuellen für die bereits existierende Europäische Union erhoffen?