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Posts mit dem Label "Rationalität" werden angezeigt.

Wohngemeinschaft

Wenn man mit anderen in einer WG zusammenlebt, muss man Regeln finden, um miteinander auszukommen. Das betrifft vor allem die gemeinsam genutzten Räumlichkeiten wie Küche, Bad, Flur und weitere Gemeinschaftsräume. Hier stoßen oft unterschiedliche Reinlichkeits- und Eigentumsvorstellungen aufeinander. Im Gegensatz dazu ist man in seinem eigenen kleinen Zimmer in der persönlichen Enthaltung wesentlich freier. Aber auch hier muss man sich bei bestimmten Sachverhalten zurück nehmen. Hierzu dürfte vor allem der jeweilige Geräuschpegel aber auch evtl. Gerüche gehören. Und natürlich müssen die finanziellen Verpflichtungen geklärt, eingehalten und sanktioniert werden. Sei es die Miete oder die Kosten für gemeinsam genutztes Material (Putzmittel, Toilettenpapier, etc). Aber auch die besten ausformulierten Regeln werden Konflikte nicht ganz vermeiden können. Deswegen sollten vor allem auch Instrumente gefunden werden, um unvermeidliche Konflikte konstruktiv auszutragen. Bei all diesen ...

Leben ohne Gewalt - uneingeschränkt

Morgen finden in vielen Städten wieder  Veranstaltungen  statt, um zu demonstrieren, dass Gewalt nichts Schlimmes und völlig in Ordnung ist, solange die Opfer nur männlich sind. Mein Kommentar dazu habe ich im Bild festgehalten.

Fehlende Bezugsgrößen

Was mich inzwischen echt auf die Palme bringt, ist, wenn mir in journalistische Beiträgen freifliegende Zahlen vor den Latz geknallt werden, ohne eine Bezugsgrößen zu erwähnen. Da könnte ich jedesmal ins Lenkrad beißen . Ich möchte dies an zwei Beispielen veranschaulichen. Teure Zahnspangen Am 6. Januar brachte der Deutschlandfunk die Meldung, dass die gesetzlichen Krankenkassen auf belastbare Studien dringen, "um die aufgeworfenen Fragen nach dem Nutzen von Zahnspangen und kieferorthopädischen Maßnahmen zu klären." Eine Meldung, die mich jetzt nicht sonderlich bewegt hätte, bis folgende Aussage kam: Eine Sprecherin des GKV-Spitzenverbands sagte der „Welt am Sonntag“, solche Behandlungen kosteten die Beitragszahler jedes Jahr rund eine Milliarde Euro. Was soll ich bitte schön mit dieser Information anfangen? Welche Absicht steckt dahinter, wenn man mir so eine Zahl hin wirft? Was würde unser Kind bezwecken, wenn es aus der Schule käme und uns sagen würde ...

Einkaufzetteljagd oder Die Leute

Mal wieder ein Einkaufsartikel. Diesmal war ich alleine unterwegs, um vor dem letzten Adventswochenende noch die eine oder andere Kleinigkeit zu besorgen. Ich brach zum Abend hin auf, mit der Absicht, so dem Ansturm der anderen Vorweihnachtseinkäufer zu entgehen. Eine Hoffnung die sich erfüllte. Ich stattete dem Getränkemarkt einen Besuch ab und decke mich großzügig mit Fruchtsäften und Mineralwasser ein. Ich selbst bediene mich immer aus der Leitung, aber der Rest meiner Familie ist da anspruchsvoller. An der Kasse dann, nach Vorzeigen jeweils der Payback- und EC-Karte, werde ich gefragt, ob ich den Kassenbon haben möchte. Ich nehme nie Kassenbons bei Lebensmitteleinkäufen mit. Die Wahrscheinlichkeit für einen Reklamationsgrund ist eher gering und der Reklamationsaufwand ist mir, im Vergleich zum Ertrag, zu hoch. Wobei, wenn ich da jetzt an eine lange zurückliegende Fahrradtour denke und an ein dort konsumiertes Glas Nussnougatcreme... Diesmal jedoch antwortete ich auf d...

Organspende

Zur Zeit ist die Widerspruchslösung für Organspenden in der Diskussion. Für Liberale ist die Gegnerschaft zu diesem Vorschlag logisch: Nur der Mensch selbst darf über seinen Körper bestimmen. Eine Organspendepflicht, auch wenn sie mit einer Ausstiegsmöglichkeit verbunden ist, würde die Beweispflicht verschieben. Statt dass, wie heute, der Nachweis erbracht werden muss, dass eine Einwilligung vorliegt, müsste bei einer Widerspruchslösung der Nachweis der Ablehnung erfolgen. Für sogenannte Libertäre geht die körperliche Autonomie sogar so weit, dass der Staat die Bürger weder zur Organabgabe verpflichten, noch sie vom Verkauf der eigenen Organe abhalten darf. Ein Horrorszenario für die meisten Menschen; würde dies doch letztlich dazu führen, dass die Armen zu Ersatzteillagern der Reichen würden. Eine Befürchtung, die ich teile. Jedoch steht diese Position aktuell auch nicht zur Debatte. Doch kehren wir zurück zur aktuellen Auseinandersetzung und der Position der Befürworter der...

Europäische Federalist Papers

Zunächst einmal die gute Nachricht: Als sich 1774 die amerikanischen Kolonien von der britischen Regierung lossagten, kam es erst einmal zum Krieg, an dessen Ende die Sezession erfolgreich war. Und auch als sich 1861 die Südstaaten von der amerikanischen Bundesregierung lossagten, kam es zum Krieg, an dessen Ende die Sezession nicht erfolgreich war. Europa hat aus diesen Erfahrungen zumindest soviel gelernt, dass es ein juristisches Regelwerk geschaffen hat, dass eine Sezession ohne blutige Auseinandersetzung ermöglicht. Ein großer Pluspunkt. Jedoch ist wahrscheinlich die selbe bürokratische Gründlichkeit dafür verantwortlich, dass der gescheiterte europäische Verfassungsentwurf 30 mal länger ist als sein amerikanisches Pendant [1] . Außerdem vermisse ich ganz besonders ein europäisches Gegenstück zu den amerikanischen Federalist Papers . Für eine europäische Verfassung ist der Zug bereits abgefahren und wird voraussichtlich auch nicht allzu bald wieder bei uns anh...

Geplante Obsoleszenz

Ich verstehe die Idee hinter dem Begriff der geplanten Obsoleszenz nicht ganz. Ihr zufolge baut ein Unternehmen gezielt Produkte, die nach kurzer Zeit kaputtgehen, damit der Kunde erneut bei diesem Unternehmen noch einmal das gleiche Produkt kauft. Es geht also nicht darum, einfach nur billige Produkte schlechter Qualität herzustellen, um einmalig und kurzfristig Gewinn einzufahren. Die Idee ist stattdessen, dass gezielt kurzlebige Produkte hergestellt werden - obwohl bei gleichen Kosten auch langlebige Produkte möglich wären - damit der Kunde erneut dieses Produkt kauft und somit langfristig den Absatz sichert. Wenn die Kunden sich wirklich so verhalten, dann würde ich als Unternehmen das auch machen, denn dann scheint es das zu sein, was die Kunden wollen: Produkte die schnell kaputtgehen. Seiten wie MURKS? NEIN DANKE! vermitteln jedoch ein anderes Verbraucherbild. Verbraucher aber, die eher lange Produktlebensdauern schätzen, würden der Idee der geplanten Obsoleszenz zuwiderl...

Wie würden Sie entscheiden?

1. Fall: Zwei Personen entwickeln eine Produktidee mit der sie nach zwei Jahren Produkterstellung einen einmaligen Umsatz von einer Million machen. Sie arbeiten beide gleichermaßen an der Erstellung des Produkts. Wie sollten die Einnahmen aufgeteilt werden? 2. Fall: Die Produktidee hatte nur eine der beiden. Sie holt sich die zweite Person mit ins Boot, da nur beide zusammen das Produkt bauen können. Wie sollten die Einnahmen jetzt aufgeteilt werden? 3. Fall: Eine der beiden möchte ihre Einnahmen nicht erst in zwei Jahren in einem Packet haben, sondern bereits jeden Monat der zwei Jahre eine feste Auszahlung bekommen. Wie hoch sollte diese Auszahlung sein? 4. Fall: Fall 3 mit der Änderung, dass nun die Einnahme in zwei Jahren nicht mehr sicher ist. Der Kunde kann das erstellte Produkt abnehmen, oder auch nicht. Wie hoch sollten die monatlichen Auszahlungen an die eine Person nun sein? 5. Fall: Ein Großteil der Zeit wird nur von einer der beiden an dem Produkt gearbeitet. Die andere Pe...

Rationalisierung und Monopoly

Ein Freund schickte mir vorgestern eine Mail mit einigen Fragen, die ich doch in meinem Blog beantworten könne. Ich versuche es hiermit einmal. "[...] man hört ja Sachsen. Foxcon kauft Industrieroboter. Sie sind jetzt schon billiger als chinesische Wanderarbeiter. An der Supermarktkasse kann ich selber meine Einkäufe scannen. Kein Angestellter kümmert sich um mich. Die Maschnine ist billiger. Da ist das Gerede von zwei Möglichkeiten, einer noch größeren Schere zwischen Arm und Reich, weil die Armen keinen Job finden. Und dann das neue Athen, wo Maschinen unsere Sklaven sind, und wir müßig in der Sonne sitzen und philosophieren können. Zweiteres klingt ein bischen nach Kommunismus, denn irgendjemand muss die Reichtümer umverteilen. Wir sind ja eben doch geizig. Damit ist die Schere der plausiblere Weg." "[...] Wenn nur noch die Besitzer der mächtigen Maschinen Geld bekommen, weil sie alle Arbeitskraft inne haben, wo ist dann der Markt? Das Heer der (z.T. unfreiw...

Seminar: Arbeit

Hier nun meine Seminararbeit mit dem Hinweis, dass das Thema nur unvollständig durch zwei Modelle betrachtet wird. Außerdem habe ich bei der Vorbereitung auf den Vortrag bemerkt, dass der letzte Absatz auf Seite 13 und der erste Absatz auf Seite 14 falsch sind.

Seminar: Primärquelle

Zum Einstieg in das Thema muss ich den Artikel "Why did you do that? An economic examination of the effect of extrinsic compensation on intrinsic motivation and performance" ( Abstract ) von Harvey S. James Jr. bearbeiten. James beginnt seinen Artikel mit einer Zusammenfassung der gemachten empirischen Beobachtungen und der Feststellung, dass ein theoretisches Erklärungsmodell bisher fehlt. Dieses Modell möchte er entwickeln. Er baut es auf zwei Säulen auf: Zum einen auf einer Nutzentheorie (-funktion) die nicht nur auf die Ergebnisse von individuellen Entscheidungen fokussiert, sondern auch Emotionen, Erfahrungen und soziale Normen mit einbezieht. Zum zweiten auf psychologischen Untersuchungen, die für jeden Menschen ein Streben nach Autonomie, Selbstbestimmung und Anerkennung der eigenen Kompetenz durch andere unterstellt (in verschiedener Ausprägung). Dieses Gefühl der Autonomie und Selbstbestimmung - welches für den Einzelnen einen Nutzen (Befriedigung) darstellt - ...

Seminarthema

Letzten Montag habe ich nun das Thema für das Seminar "Verhaltensökonomik" bekommen, welches ich bis Dezember bearbeitet haben muss: "Auswirkungen von Anreizgehältern auf die intrinsische Motivation" Es geht dabei um die Beobachtung, dass Menschen, die bisher ein fixes Gehalt bezogen haben, ihre Arbeitsleistung verringern, wenn ihnen zusätzlich ein leistungsabhängiger Bonus gezahlt wird. Bezeichnet wird dieser Effekt als "Motivation Crowding Out", also etwa "Motivationsverdrängung". Interessanter wird das Thema, wenn man es aus der reinen Arbeitswelt herausholt und z.B. auf Felder wie die Open Source Entwicklung bezieht, wo die Beteiligung an Projekten zurückgegangen sein soll oder auf Blutspenden, wo die Spendenbereitschaft abgenommen haben soll, sobald man jeweils ein Bezahlung anbot.

Zum Regieren fähig, zum Leben zu blöd

"Bei staatstheoretischen Debatten aller Art hatte ich schon seit einiger Zeit zwei wesentliche Grundüberzeugungen vertreten. Erstens: Ich habe nichts gegen Sozialismus, solange nur die Teilnahme daran freiwillig bleibt. Und zweitens: Ich habe nichts gegen staatliche Planung, solange nur der Planende allwissend ist. Eines Tages allerdings bemerkte ich, daß meine Ansprüche an die Formulierung politischer Positionen gewachsen waren. So rückte ein drittes Kriterium in den Vordergrund. Es ist das Kriterium der Kohärenz." ( Carlos A. Gebauer ) Kann ein demokratischer Staat seine Bürger erziehen, ohne dabei in Widerspruch zu seinen Prinzipien zu geraten? Ein autoritärer Staat hat damit kein Problem. An seiner Spitze stehen eine oder mehrere Personen, deren Selbstverständnis es ist, bessere Menschen zu sein als ihre Untertanen. Diese Personen haben entweder sowieso nicht das Ziel zum Wohle ihrer Untertanen zu handeln (was immer das auch sei), sondern verfolgen unverhohlen eigene Inte...

Glückspiel mit Garantie

Nehmen wir einmal folgende zwei Situationen an: Situation 1: Ich gebe einer Gruppe von Personen die Möglichkeit an Glückspielen teilzunehmen (oder es eben nicht zu tun). Die Gewinne dürfen sie behalten, ebenso wie sie die Verluste selbst tragen müssen. Situation 2: Ich gebe einer Gruppe von Personen die Möglichkeit an Glückspielen teilzunehmen (oder es eben nicht zu tun). Die Gewinne dürfen sie behalten; die Verluste jedoch bekommen sie von mir ersetzt. Randbedingungen: Die Beziehungen zwischen den Personen und mir sind anonym. Ich trete quasi als eine unpersönliche Institution, die als vertrauenswürdig gilt, auf. Es gibt keine persönlichen Beziehungen wie Freundschaft, Nachbarschaft, Bekanntschaft usw. Es gibt also keine soziale Kontrollfunktion wie sie in kleinen Gruppen (Dorf, Gang, Freundeskreis usw.) existiert. Hier nun meine Fragen: In welcher Situation werden die größeren Risiken eingegangen? In welcher Situation sind also die potentiellen Gewinne und damit auch Verluste höher? ...

Menschen- und Weltbild: Lieber, leckerer, schöner. Werten (Teil II)

Steinchen hat zu meinem letzten Beitrag einige Fragen aufgeworfen, auf die ich hier eingehen möchte. Anmerkung zum Tausch im Allgemeinen Die Darstellung des Tauschs habe ich leider zu verkürzt und damit fehlerhaft dargestellt. Ich habe nur kurz den gesellschaftlichen Tausch beschrieben und nicht den Tausch im Allgemeinen. Das möchte ich hiermit nachholen. Jedes Handeln ist zugleich Tauschen: "Jedes Handeln ist eine durch den Menschen hervorgerufene Veränderung. Wir pflegen eine solche provozierte Veränderung Tausch oder ein Tauschen zu nennen. Ein weniger befriedigender Zustand wird mit einem mehr befriedigenden Zustand vertauscht." [Mises1940, S. 75] Statt zu sagen, dass ich einen Apfel gegen eine Birne tausche, könnte ich auch sagen, dass ich den Zustand in dem ich einen Apfel habe aber keine Birne, gegen den Zustand tausche, in dem ich keinen Apfel habe aber eine Birne. Damit gilt gleiches natürlich für die Wertung: Statt also zu sagen, dass ich die Birne höher werte al...