Direkt zum Hauptbereich

The world is round

Irgendwann mitte der Neunziger, als ich noch BASIC auf dem Amiga programmierte, bekam ich dieses feine Heftchen aus DDR-Zeiten in die Hände (ich muss es von einem meiner Freunde bekommen haben. Vielleicht von Steinchen?). 

(BASIC Einmaleins des Programmierens von Dr. Ursula Grote und Prof. Dr. Horst Völz)

Dort fand sich auch ein Programm, dass einen Globus zeichnete:

 
Ich hatte dieses Programm damals auf dem Amiga abgetippt. Die grünen Markierungen zeigen, wo ich die Nullen hervorhob, um sie von den Os zu unterscheiden.

Nach Eingabe von Längen- und Breitengrad, sowie Neigung und Rastermaß, konnte man dem Amiga dabei zusehen, wie er den Kreis zeichnete, die Landmassen und die Gradlinien. Das dauerte schon mehrere Minuten.

Der eigentliche Schatz ist natürlich das Datenmaterial, welches die Landmassen beschreibt:

 
Vor einigen Jahren stieß ich in meinen Bücherregal wieder auf dieses Heft und ich nahm mir vor, das Programm erneut abzutippen und in einer anderen Sprache wieder zum Leben zu erwecken. Ich hatte dafür auch Horst Völz um Erlaubnis gebeten. Das war - oh Mann - 2022 gewesen. Dieses Vorhaben trug ich also schon länger mit mir herum. Sobald ich mal Zeit fände...

Vor kurzen ist mir dann aber die Gedult ausgegangen. Ich knippste von jeder Seite mit dem Handy ein Foto und bat ChatGPT daraus doch bitte das BASIC-Programm zu extrahieren, und wenn es schon einmal dabei sei, es doch bitte auch gleich nach Javascript zu portieren.

Und schon lief das Programm.

Einige Landverläufe passten nicht ganz und wenn ich die Neigung veränderte, verformte sich der Globus.

Ich musste etwa drei Ziffern in den Daten anpassen und zwei Formeln hatten die Reise zuerst nicht mitgemacht und mussten von mir nachgetragen werden, aber dann war die Sache erledigt.

Dann wurde ich kühn und ich fragte Copilot, ob es vielleicht die Sache animieren könnte. Ja das könne es. Ich änderte noch die Hintergrundfarbe zu schwarz und färbte den Globus blau und das wars dann. Zeitaufwand: Weniger als einen Tag.

Hier geht's zum fertigen Programm: 


 

 

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Utopie gesucht

In den 90er Jahren gab es meiner Meinung nach eine positive Zukunftssicht. Das sah man u.a. in der Serie Star Trek The next generation. Heute dagegen scheint es nur noch pessimistische Blicke auf die Zukunft zu geben. Auch die aktuellen Star Trek Serien stellen eine düsterere Welt dar. Dies könnte zu einer selbst erfüllenden Prophezeiung werden. Gibt es in der aktuellen Popkultur noch Utopien?

Umlagen und Produktivität

Genug prokastiniert. Hier jetzt also der Folgeartikel zum letzten Rentenbeitrag (also dem Artikel, nicht die Zahlung :-)). Zuerst möchte ich den Umstand hervorheben, dass unsere deutsche Rentenversicherung, wie bekannt sein dürfte, ein Umlagesystem ist. Das bei diesem System eingezahlte Geld wird nicht in einem Tresor bis zur Rente verwahrt und fließt auch nicht in Investitionen, wie Staats- oder Unternehmensanleihen, die später dann eine Rendite abwerfen würden; sondern es wird sofort wieder an die aktuellen Rentner ausgezahlt. Das hat große Vorteile, weil es gerade auch die Schwachen absichert (oder zumindest sollte), die während ihrer Erwerbstätigkeit nicht die Mittel haben, um privat vorzusorgen, und vor großen volkswirtschaftlichen Katastrophen absichert, wie Finanzkrisen oder Kriegen, die angespartes Kapital binnen kürzester Zeit vernichten können. Deswegen ist ein Umlageverfahren gerade nach solchen Katastrophen eine gute Lösung, um schnell die Bedürftigen zu unterstützen, da s...

Bevölkerungsstatistikspielereien

Beim statistischen Bundesamt kann man sich Daten der Fortschreibung des Bevölkerungsstandes seit 1970 herunterladen. Da bekommt man dann eine Tabelle, in der für jedes Jahr die Anzahl der Menschen in Deutschland des jeweiligen Alters aufgeführt sind.  Ich habe mir einmal immer die Zehnerjahre geben lassen und die Anzahl der Personen unter 18 Jahren aufsummiert (Jugend), zwischen 18 und 64 (Erwerbstätige) und alle ab 65 (Rentner) und habe dann das Verhältnis der Erwerbstätigen zu den Rentnern ermittelt.  (Hier als Bild, da ich in Blogger keine vernünftige Tabellendarstellung hinbekomme). Man sieht, dass 1970 auf einen Rentner noch 4 Erwerbstätige kamen, also - bildlich gesprochen - jeder Arbeiter etwa ein Viertel der Rente eines Rentners beisteuerte. Heute kommen nur noch ganz knapp drei Erwerbstätige auf einen Rentner, was bedeuten kann, dass entweder jeder Erwerbstätige jetzt ein Drittel der Rente schultern muss oder der Rentner nur nur drei Viertel der ursprünglichen Rente ...