Mittwoch, 14. Dezember 2011

Lang lebe <hier Wunschname einfügen>

Ein Text über Menschen, die private Projekte durchführen, ohne dabei anderen gegenüber physische Gewalt anzuwenden. Entscheidungen und Strukturen sollen dezentralisiert werden. Selbstbestimmung statt Fremdbestimmung. Staatmonopolen (wie z.B. dem Geldmonopol) werden private Organisationen entgegengesetzt. Die Geschenkläden scheinen ein cleverer Angriff auf den Sozialstaat zu sein: Da ja kein Umsatz gemacht wird, fällt auch keine Umsatzsteuer an, oder? Müsste man mal untersuchen. Wenn dies der Fall ist und sich die Läden weiter ausbreiten, wird jener Staat wahrscheinlich bald "eingreifen" - zum Wohle der Gemeinschaft und zum Schutz vor diesen Steuerhinterziehern.

Bis dahin freuen sich Liberale, Libertäre, (Anarcho-)kapitalisten oder wie sich diese Marktradikalen alle nennen, über solche Initiativen: Mehr Privat, mehr dezentral, mehr Individuell, mehr freie Vereinbarungen, mehr Markt.

Etwas verwirrend ist, dass die ganzen Handlungen als "Kampf gegen den Kapitalismus" bezeichnet werden. Da bin ich aber pragmatisch. Über Definitionen braucht man nicht streiten (Es gibt keine richtigen oder falschen Definitionen). Ich versuche es wie David Friedman zu halten:

"Dein Eigentum ist das, dessen Benutzung Du kontrollierst. Wenn die meisten Dinge von Individuen kontrolliert werden, individuell oder in freiem Zusammenschluss, ist eine Gesellschaft kapitalistisch. Wenn diese Kontrolle ziemlich gleichmäßig über eine große Anzahl an Menschen verstreut ist, nährt sich die Gesellschaft vollkommenem freien Wettbewerb an - besser als unsere. Wenn ihre Mitglieder sie sozialistisch nennen, warum sollte ich mich dagegen sträuben?

Der Sozialismus ist tot. Lang lebe der Sozialismus."
David Friedman, "Das Räderwerk der Freiheit, S.125

Donnerstag, 6. Oktober 2011

Links: Yale Online und kapitalistische Kinder

In Yale studieren? Bitte! Die Universität stellt ihre Vorlesungen als Video zur Verfügung.

Bei den Bissigen Liberalen findet man eine Liste, mit der geprüft werden kann, ob das eigene Kind ein Erzkapitalist ist.


Dienstag, 4. Oktober 2011

Seminar: Primärquelle

Zum Einstieg in das Thema muss ich den Artikel "Why did you do that? An economic examination of the effect of extrinsic compensation on intrinsic motivation and performance" (Abstract) von Harvey S. James Jr. bearbeiten.

James beginnt seinen Artikel mit einer Zusammenfassung der gemachten empirischen Beobachtungen und der Feststellung, dass ein theoretisches Erklärungsmodell bisher fehlt. Dieses Modell möchte er entwickeln. Er baut es auf zwei Säulen auf:

Zum einen auf einer Nutzentheorie (-funktion) die nicht nur auf die Ergebnisse von individuellen Entscheidungen fokussiert, sondern auch Emotionen, Erfahrungen und soziale Normen mit einbezieht.

Zum zweiten auf psychologischen Untersuchungen, die für jeden Menschen ein Streben nach Autonomie, Selbstbestimmung und Anerkennung der eigenen Kompetenz durch andere unterstellt (in verschiedener Ausprägung). Dieses Gefühl der Autonomie und Selbstbestimmung - welches für den Einzelnen einen Nutzen (Befriedigung) darstellt - werde beseitigt, wenn er einen Anreizlohn erhält. Der Mensch würde einen solchen Anreiz als Kontrolle und als Misstrauen empfinden. Entsprechend empfinde er seine Arbeit nicht mehr als selbstbestimmt und seine Kompetenz nicht mehr anerkannt.

Aufbauend darauf entwickelt James eine Nutzenfunktion, die diese intrinsische Motivation und deren Vorhanden- oder Nichtvorhandensein formal beschreibt, um zu erklären, wann es sich für den Einzelnen lohnt nicht mehr intrinsisch motiviert zu sein, wenn er ein Anreizgehalt bekommt. Der Nutzen für den Einzelnen sei in diesem Fall ohne intrinsische Motivation höher als mit dieser. Das ist der Punkt, den ich noch nicht ganz verstehe.

Dienstag, 20. September 2011

Auf den Blog USA Erklärt habe ich bereits zweimal hingewiesen. Wegen eines gestrigen Gesprächs mache ich dies nun noch einmal, insbesondere auf die Themenliste.

Als Vorgeschmack hier einige Zitate. Formatierung und Verlinkungen habe ich nicht übernommen.

"Bei den 'Vereinigten Staaten von Amerika' ist der Name Programm: Es handelt sich um einzelne, souveräne Staaten, die einige wenige Aufgaben an einen Überbau abgegeben haben. Sehr wenige Aufgaben, so wenige, dass die USA noch nicht einmal einen Innenminister haben [...]. Die Faustregel lautet, dass der Bund sich um die Außenpolitik und einige länderübergreifende Dinge kümmert und der Rest bei den einzelnen Staaten bleibt, insbesondere der Teil, der mit dem Alltag der Bürger zu tun hat. " [1]

"Der Bund ist nach außen gewandt, die einzelnen Staaten nach innen. Beide kontrollieren sich gegenseitig: Der Bund sorgt dafür, dass kein Staat seine Nachbarn anfällt oder plötzlich eine Diktatur ausruft. Die Staaten sorgen gemeinsam dafür, dass der Bund nicht ausrastet." [1]

"Da große Teile der deutschen Presse die Aufgabenteilung von Bund und Bundesstaaten nicht verstehen, werden die Republikaner fälschlicherweise als grausame Ultra-Kapitalisten dargestellt, die alle sozialen Errungenschaften abschaffen wollen. Meistens geht es aber nur um die Frage, ob diese Aufgaben beim Bund oder den Bundesstaaten besser aufgehoben sind." [1]

"Je weiter man in der Hierarchie hinabsteigt, desto mehr Elemente einer direkten Demokratie kommen hinzu – Volksentscheide zum Beispiel, wie in der Schweiz. Dabei werden auch Fragen wie die Abschaffung der Einkommensteuer eines Bundesstaates oder den Ausbau des Nahverkehrssystems gerne mal vom Volk entschieden. Da Ämter und Posten in den USA so gut wie immer über Direktwahl bestimmt werden – die große Ausnahme ist der Präsident – hat der einzelne Bürger damit einen sehr großen Einfluss auf die Dinge, die unmittelbar sein Leben bestimmen." [1]

"Deutsche habe erfahrungsgemäß Probleme mit der Gewaltenteilung, weil sie selbst keine haben, oder auf jeden Fall keine strenge." [2]

"Welche Folgen hat die strenge Gewaltenteilung in den USA? Erstens, das System zwingt die Staatsorgane zur Zusammenarbeit. Zweitens, das System ist laut, weil diese Kompromisse erstmal ausgearbeitet werden wollen.

"Das ist auch ein Grund, warum ehemalige Diktaturen wie Deutschland, Japan, Afghanistan oder der Irak erstmal eine parlamentarische Demokratie mit einem Parteiensystem kriegen und kein Kongress-System nach dem Vorbild der USA: So viel Demokratie, lautet die Überlegung, will erstmal gelernt sein. Es konnte ja keiner ahnen, dass Deutschland das Provisorium Grundgesetz behalten würde." [2]

"Beide Gewalten [Exekutive und Legislative, MH] wurden gleich stark gemacht und dann aufeinander losgelassen, damit sie sich gegenseitig in Schach halten. Der für Europäer so erschreckende, weil laute und ständige Kampf zwischen Präsident und Kongress ist also ausdrücklich gewollt und ein völlig normaler Teil des Systems. Entsprechend locker gehen Amerikaner damit um. Die US-Politik ist halt nichts für konfliktscheue Warmduscher und weicheiige Konsenskuschler." [3]

"In den meisten parlamentarischen Demokratien gibt es für Notzeiten wie Krieg besondere Regeln: In Deutschland zum Beispiel werden im Verteidigungsfall nach Grundgesetz Artikel 115h die Wahlen ausgesetzt und die Legislative in ein Einkammer-System umgewandelt. Einen solchen 'Kriegsmodus' kennt die US-Verfassung nicht: Gewählt wird immer. Auch 1864, mitten im Bürgerkrieg, musste sich Abraham Lincoln den Wählern stellen. Gerade im Krieg sollte man wählen, würden viele Amerikaner sagen: Als zu groß gilt in die Gefahr, dass die Exekutive über solche Notstandsgesetze eine faktische Diktatur errichtet." [4]

[1] http://usaerklaert.wordpress.com/2006/06/25/die-grobstruktur-der-usa-oder-wo-man-vor-bush-am-sichersten-ist/

[2] http://usaerklaert.wordpress.com/2006/07/01/der-bund-teil-1-gewaltenteilung-fur-teilungslose/

[3] http://usaerklaert.wordpress.com/2006/08/07/der-bund-teil-5-der-prasident-oder-wie-eine-demokratie-zum-machtigsten-mann-der-welt-kam/

[4] http://usaerklaert.wordpress.com/2006/10/11/der-bund-teil-9-drei-bemerkungen-zum-gesamtsystem/

Montag, 19. September 2011

Seminarthema

Letzten Montag habe ich nun das Thema für das Seminar "Verhaltensökonomik" bekommen, welches ich bis Dezember bearbeitet haben muss: "Auswirkungen von Anreizgehältern auf die intrinsische Motivation"

Es geht dabei um die Beobachtung, dass Menschen, die bisher ein fixes Gehalt bezogen haben, ihre Arbeitsleistung verringern, wenn ihnen zusätzlich ein leistungsabhängiger Bonus gezahlt wird. Bezeichnet wird dieser Effekt als "Motivation Crowding Out", also etwa "Motivationsverdrängung".

Interessanter wird das Thema, wenn man es aus der reinen Arbeitswelt herausholt und z.B. auf Felder wie die Open Source Entwicklung bezieht, wo die Beteiligung an Projekten zurückgegangen sein soll oder auf Blutspenden, wo die Spendenbereitschaft abgenommen haben soll, sobald man jeweils ein Bezahlung anbot.

Freitag, 9. September 2011

Body check

Ich kann meine Frau nicht mehr mit unserem Kind alleine lassen. Sie verbummelt es stückchenweise. Ständig höre ich sie fragen: "Na wo ist denn Dein Näschen?" oder "Ja wo sind denn Deine Füßchen?"

Ich stürze dann immer gleich panisch dazu, um suchen zu helfen, aber immer hat sie die entsprechenden Teile dann schon wieder gefunden und angebracht.

Ich verstehe es nicht. Bei mir verliert das Kind nie irgendwelche Körperteile. Aber sobald sie sich mit ihm beschäftigt: "Huch, wo sind denn die kleinen Fingerchen?"

Ich traue mich inzwischen nicht einmal mehr Staub zu saugen, ohne vorher zu überprüfen, ob irgendetwas an unserem Kind fehlt, das Gefahr laufen könnte im Beutel zu landen.

Meine Frau kann meine Befürchtungen überhaupt nicht verstehen. Es sei doch nur ein Spiel. Hallo? Ich glaube ich werde morgen beim Jugendamt anrufen.

Freitag, 12. August 2011

Geld ist nicht alles

Stefan Blankertz in "staatsabzunahme":
"Vor allem aber möchte ich warnen vor dem Fehlschluss, dass die Staatsausgaben als (alleiniger) Maßstab für Staatstätigkeit angesehen wird."
Der Staat kann den Wohlstand der Menschen auch senken, ohne die Steuern und Abgaben zu erhöhen. Sei es durch Monopolgesetze, Konsumverbote oder Zwangsinstitutionen.

Für mich bedeutet dies, dass ich lieber relativ hohe Steuern zahle, dafür aber mit dem übrig gebliebenen Geld tun kann was ich will, als dass ich niedrigere Steuern zahle, mir dafür aber ständig von der Obrigkeit reinreden lassen muss, wie ich dieses größere Netto nun zu verwenden habe.

Für eine liberale Partei - wenn es sie denn in Deutschland gäbe - würde es bedeutet, dass man sich besser darum kümmern sollte den Bürgern all die Steine und Felsen der Verbotsbürokratie aus dem Weg zu räumen, statt sich an marginalen Steuersenkungen aufzureiben.

Zum einen dürfte der politische Widerstand geringer sein. Zum anderen führt ja z.B. auch die Abschaffung von Monopolen und Preisregulierungen möglicherweise zu Preissenkungen und damit zu Realeinkommenserhöhungen.

Mittwoch, 10. August 2011

Sozialingenieurtum I


Heute bau ich mir mal den Sozialstaat um.
  1. Wir schaffen alle bisherigen Sozialleistungen ab (ALG, ALG2, staatliche Rente, Kindergeld usw.) und
  2. ersetzen diese durch eine einzige Umverteilungsleistung, die an jeden Bürger ohne weitere Kriterienprüfung (nee ich glaube noch abhängig vom Alter) ausgezahlt wird (wird glaube ich unter dem Namen Grundeinkommen oder Bürgergeld diskutiert). Ist auch gleich verrechnet in der Form einer negativen Einkommensteuer möglich.

Da ich aber das System gerne widerspruchsfrei(er) hätte möchte ich nicht eine Regel haben, die die Einnahmeseite regelt (also z.B. X% des Einkommens werden davon vom Staat einkassiert) und eine andere die die Ausgaben regelt (jeder Bürger bekommt im Monat Y€). Denn wenn die Einnahmen zurückgehen, dann kann logisch die Ausgabenregel nicht mehr erfüllt werden (ohne sich wieder Hals über Kopf zu verschulden).

Außerdem sind Politiker dann immer versucht die Ausgaben je nach wahltaktischen Gründen anzupassen. Und die Bürger sind sowieso immer unzufrieden. Deswegen:
  1. Gibt es nur eine Einnahmeregel der Form "X% des Einkommens werden dafür vom Staat einkassiert" und die Summe die dabei zusammen kommt, wird gleichmäßig auf die Bürger verteilt. Würde die Wirtschaft runterfahren, würden auch die Leistungen zurückgehen und der Staat läuft nicht Gefahr unerfüllbare Versprechungen gemacht zu haben. Steigt die Wirtschaftleistung jedoch, steigen auch automatisch die Umverteilungen mit, so dass "alle am Aufschwung teilhaben."

Und damit ich den Politkern etwas die Macht entziehe und das Volk sich nicht über Ungerechtigkeiten aufregen kann, die "die da Oben" verbockt hätten, wird
  1. Das Volk mittels Volksabstimmung regelmäßig den entsprechenden Steuersatz festsetzen. Hier würde ich ja gerne einen Wahlzettel sehen, in dem in einen Feld der jährliche Freibetrag eingetragen werden kann (zwischen 0 und dem maximalen Einkommen) und in einem anderen Feld der Steuersatz (zwischen 0% und 100%). Dann wird jeweils der Durschnitt gebildet und wir haben für das nächste Jahr / die nächsten 2 Jahren / die nächsten Z Jahre die Einnahmenseite und damit auch den Auszahlungsbetrag festgelegt. Bis zur nächsten Abstimmung.

Dennoch kann ich mich selbst nicht ganz mit dieser Lösung zufrieden geben. Zum einen weil ich wieder Sozialingenieur spiele und mir damit Wissen anmaße was ich nicht habe. Zum anderen sehe ich schon, dass sich dieser Vorschlag nicht mit einer unbeschränkten Einwanderung verträgt, für die ich aber auch einstehe.
Drittens ist die Rechtssicherheit durch so viele variable Anteile kaum gewährleistet.

Also vergessen wir das ganze gleich wieder. Aber rausgebracht haben wollte ich diese Idee wenigstens.

Freitag, 29. Juli 2011

Ansichten eines Informatiker

Hier mal einen Verweis auf zwei Artikel von Hadmut Danisch:

In seinem Beitrag "Über die Vorratsdatenspeicherung" zeigt Danisch den möglichen Nutzen einer Vorratsdatenspeicherung und weist auch auf den § 101 Urheberrecht hin.

Und als kurzzeitig in den Entstehungsprozess Involvierter gibt er uns einen Einblick darin, "[w]ie die deutsche Internet-Kinderpornosperre zustande kam – und zugrunde ging".

Donnerstag, 19. Mai 2011

Seminaranmeldung

Ich muss mich jetzt für ein Seminar anmelden und da stellt sich mir die Frage in welchen Fach ich dies absolvieren will. Einige Fächer habe ich bereits in die engere Wahl genommen.

Da wäre zum einen Wirtschaftspolitik. Hier werden zwei Seminare angeboten: "Freakonomics" und "Behavioral Economics". Das sind auf jeden Fall interessante Themen.

Ein anderes Fach ist Finanzwissenschaft. Hier dreht sich alles um das Thema "Öffentliche Güter", speziell den (internationalen) Umweltschutz.

Reizen tut mich auch das Fach "Angewandte Statistik und Methoden der empirischen Sozialforschung". Wenn auch eigentlich nur das Thema "Falsifikation und statistische Hypothesenprüfung".

Hin und her gerissen bin ich bzgl. Makroökonomik. "Das Seminarthema wird vorwiegend vor dem Hintergrund der globalen Finanzkrise behandelt." Das ist ein spannendes Thema, aber ich würde das eher aus dem Blick der Mikroökonomie denn der Makroökonomie angehen wollen.

Donnerstag, 6. Januar 2011

Empirische Studien zum Mindestlohn

Die Studie "Minimum Wage Effects Across State Borders" könnte der Diskussion über Mindeslöhne in Deutschland neuen Auftrieb geben. Ich habe bisher nur die Zusammenfassung im Handelsblatt gelesen. Ebenso möchte ich in diesem Zusammenhang auch noch auf die Studie "Mindestlohneffekte des Entsendegesetzes? Eine Mikrodatenanalyse für die deutsche Bauwirtschaft" hinweisen, von der ich bisher ebenfalls nur die Zusammenfassung im Handelsblatt gelesen habe.