Direkt zum Hauptbereich

Posts

Posts mit dem Label "Politik" werden angezeigt.

Produktivität Teil 2

Nachdem ich in den letzten Artikeln zum Thema Rente erklärt habe, warum es notwendig ist, das Renteneintrittsalter zu erhöhen, möchte ich in diesem Artikel doch einmal die gegenteilige Position beziehen und zeigen, warum es nicht notwendig ist, das Renteneintrittsalter zu erhöhen.  Machen wir es kurz: Seit 1970 hat sich die Wirtschaftsleistung Deutschlands pro Kopf verzehnfacht. 1970 lag die Pro-Kopf-Wirtschaftsleistung bei 5.870 Euro und wenn wir einmal annehmen wollen, dass wir davon ein Rentenbeitrag von 17 % abgezogen hätten, wäre 1970 ein Pro-Kopf-Nettoeinkommen von 4.870 Euro übrig geblieben.  Im Jahr 2024 lag die Wirtschaftsleistung pro Kopf bei 51.830 Euro. Angenommen wir hätten im Laufe der Zeit den Rentenbeitrag auf fast 50% angehoben (was nicht einmal nötig wäre), dann bliebe den Arbeitern immer noch ein Nettoeinkommen von 25.915 Euro, was immer noch eine Verfünffachung ihres verfügbaren Einkommens im Vergleich zu 1970 wäre. Wir könnten also problemlos einen wachse...

Umlagen und Produktivität

Genug prokastiniert. Hier jetzt also der Folgeartikel zum letzten Rentenbeitrag (also dem Artikel, nicht die Zahlung :-)). Zuerst möchte ich den Umstand hervorheben, dass unsere deutsche Rentenversicherung, wie bekannt sein dürfte, ein Umlagesystem ist. Das bei diesem System eingezahlte Geld wird nicht in einem Tresor bis zur Rente verwahrt und fließt auch nicht in Investitionen, wie Staats- oder Unternehmensanleihen, die später dann eine Rendite abwerfen würden; sondern es wird sofort wieder an die aktuellen Rentner ausgezahlt. Das hat große Vorteile, weil es gerade auch die Schwachen absichert (oder zumindest sollte), die während ihrer Erwerbstätigkeit nicht die Mittel haben, um privat vorzusorgen, und vor großen volkswirtschaftlichen Katastrophen absichert, wie Finanzkrisen oder Kriegen, die angespartes Kapital binnen kürzester Zeit vernichten können. Deswegen ist ein Umlageverfahren gerade nach solchen Katastrophen eine gute Lösung, um schnell die Bedürftigen zu unterstützen, da s...

Bevölkerungsstatistikspielereien

Beim statistischen Bundesamt kann man sich Daten der Fortschreibung des Bevölkerungsstandes seit 1970 herunterladen. Da bekommt man dann eine Tabelle, in der für jedes Jahr die Anzahl der Menschen in Deutschland des jeweiligen Alters aufgeführt sind.  Ich habe mir einmal immer die Zehnerjahre geben lassen und die Anzahl der Personen unter 18 Jahren aufsummiert (Jugend), zwischen 18 und 64 (Erwerbstätige) und alle ab 65 (Rentner) und habe dann das Verhältnis der Erwerbstätigen zu den Rentnern ermittelt.  (Hier als Bild, da ich in Blogger keine vernünftige Tabellendarstellung hinbekomme). Man sieht, dass 1970 auf einen Rentner noch 4 Erwerbstätige kamen, also - bildlich gesprochen - jeder Arbeiter etwa ein Viertel der Rente eines Rentners beisteuerte. Heute kommen nur noch ganz knapp drei Erwerbstätige auf einen Rentner, was bedeuten kann, dass entweder jeder Erwerbstätige jetzt ein Drittel der Rente schultern muss oder der Rentner nur nur drei Viertel der ursprünglichen Rente ...

Utopie gesucht

In den 90er Jahren gab es meiner Meinung nach eine positive Zukunftssicht. Das sah man u.a. in der Serie Star Trek The next generation. Heute dagegen scheint es nur noch pessimistische Blicke auf die Zukunft zu geben. Auch die aktuellen Star Trek Serien stellen eine düsterere Welt dar. Dies könnte zu einer selbst erfüllenden Prophezeiung werden. Gibt es in der aktuellen Popkultur noch Utopien?

Schlaflose in Driburg

Letztes Wochenende scheiterte ich mit meinem Gelassenheitsgebet . Harndranginduziert erwachte ich Sonntagmorgen gegen 4 Uhr, und nachdem ich mich wieder niederlegte, konnte ich leider meine Gedanken nicht so unter Kontrolle bringen, wie es dem erneuten Einschlafen zuträglich gewesen wäre. Ich hatte wenige Tage zuvor das obige Video von Volker Piepers gesehen und hatte danach den Eindruck, dass er in den Details zwar Recht, im großen Ganzen jedoch Unrecht hätte. Ich beschloss, dass ich darüber doch einen Blogpost schreiben könnte. Das war ein Fehler. Denn mit diesem Vorhaben wurde daraus eben ein Projekt, welches sehr wohl meiner Wirksamkeit unterliegt (blödes Blog!) Und als ich da nun Sonntagnacht im Bett lag, ging ich meine mögliche Argumentation durch und stellte die makroökonomischen Gleichungen auf und überlegte, welche empirischen Daten ich anführen würde und dachte plötzlich: Mann, wahrscheinlich hat Piepers sogar in Gänze Recht. Da war es dann vorbei mit der Nachtruhe. Als es l...

Laissez-faire

Ich bin mit den Gender-Verboten, die gerade in einigen Bundesländern erlassen werden, nicht so glücklich. Zwar bin ich der Meinung, dass man die selbsternannte "geschlechtergerechte" oder "gendersensible" Sprache nicht nutzen sollte, da sie sexistisch und frauenverachtend ist; allerdings glaube ich, dass sie sich aus genau diesen Gründen nicht durchsetzen wird, wenn man den Menschen die Wahl lässt. Ich bin davon überzeugt, dass meine Argumente gegen die separierenden Sprache und für die vereinende Sprache nachhaltiger sind als Verbote. Verbote sehe ich hier als kontraproduktiv, da sie wahrscheinlich Widerstand hervorrufen und die Debatte eher verhärten, was ein Überzeugen durch Argumente unwahrscheinlicher macht. Außerdem schafft es einen Referenzfall, der den Gendergegnern auf die Füße fallen wird, wenn sich die Mehrheitsverhältnisse ändern sollten. Denn - wie du mir mir, so ich dir - wird dann umgekehrt das gegnerische Maskulinum verboten. Genau aus diesem Grund ...

Gelassenheitsgebet

Vor einigen Jahren fand ich an der Bürowand eines Kollegens das folgende Gebet, was mir eine kleine Erleuchtung brachte und mir half, bei manchen Dingen viel entspannter zu sein.  Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,   den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,   und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.  Gerade, wenn mich mal wieder weltpolitischen Fragen umtreiben und mich Nachts vielleicht daran hindern einzuschlafen, kommt mir bald dieser Spruch in den Sinn und ich lege das Problem bei Seite, das ich jetzt eh nicht lösen kann. Damit will ich nicht sagen, dass ich mich nicht mit den großen Problemen unserer Zeit beschäftigen soll, sondern, dass ich es eben entweder richtig mache oder ansonsten bleiben lasse. Wenn ich wirklich etwas ändern will, dann muss ich eben in eine Partei eintreten, in einen Verein mitmachen, mich mit anderen organisieren, demonstrieren, ein Unternehmen gründen, etwas er...

Das kann doch kein Ernst sein

 Ist das eigentlich ein Satire-Account? 1 Jahr #Ukraine Krieg hat zahlreiche zivile Opfer gefordert. Die fortschreitende Gewalt vertieft bereits bestehende geschlechtsspezifische Ungleichheiten. Frauen und Mädchen sind in besonderen Maße gefährdet, vor allem jene die Mehrfachdiskriminierung ausgesetzt sind. pic.twitter.com/rdBMJIk5oL — UN Women Deutschland (@UNWomen_Germany) February 20, 2023   Hier noch einmal als Bild:  

Straßen blockieren

Ich möchte mich jetzt doch einmal zu diesen Aktionen der selbsternannten "Letzten Generation" äußern und scharfe Kritik äußern. Was soll denn das? Wie langweilig! Quelle: Wikimedia  So hat man das früher gemacht. Bitte das nächste Mal genauso! 

Spezifisch unspezifisch

Ich habe mir vor einiger Zeit einmal eine Studie zur selbsternannten "geschlechtergerechten Sprache" angesehen, die beweisen soll, dass sich nur durch diese Sprachvariante Frauen und Mädchen angesprochen fühlen. Diese Studie muss eine Leuchtturmstudie sein, denn sie wird in den Medien ständig angeführt. Z.B. bei Quarks , Verdi oder RND . Bei letzterem steht dazu: In einer Studie aus dem Jahr 2015 wurde ein Experiment mit fast 600 Grundschulkindern durchgeführt. Dabei wurden ihnen Berufe entweder in der männlichen und weiblichen Form oder im generischen Maskulinum vorgelegt. Mädchen trauten sich eher traditionell männliche Berufe zu, wenn die Berufsbezeichnung gegendert wurde. Es handelt sich hierbei um die Studie "Yes I Can! – Effects of Gender Fair Job Descriptions on Children’s Perceptions of Job Status, Job Difficulty, and Vocational Self-Efficacy" . Bevor ich mir diese Studie anschaute, hatte ich schon den Gedanken: Eigentlich widerlegt diese Studie ja die gesa...

... neue Kleider

Einführung In meinem letzten Artikel  über die separierenden Sprache habe ich das Argument angeführt, dass es frauenverachtend wäre, zu behaupten, Frauen wären nicht in der Lage vom grammatischen Geschlecht zu abstrahieren, stattdessen dieses mit dem biologischen gleichsetzten und sich deswegen bei grammatisch männlichen Personenbezeichnungen "nicht mitgemeint" füllen würden. Ich fügte hinzu, dass alle deutschsprechenden Menschen zu dieser Abstraktion in der Lage sind, weswegen ein Mann so wenig ein Problem damit hat, als Koryphäe bezeichnet zu werden, wie eine Frau damit, Engel genannt zu werden. Viel mehr als der Artikel, das Pronomen oder die Endung, so meine Behauptung, bestimmen unsere Erziehung und unsere Erfahrungen, was wir unter einem Begriff verstehen. Ich habe diesen letzten Gedanken nun einige Wochen immer wieder hin und her gewellst und möchte ihn hier nun zu einer ziemlich steilen These zuspitzen. Beginnen wir hierfür mit Pfannkuchen! Pfannkuchen Dass dieser Beg...

Emanzipation 2021

  Sie: Können Sie mir bitte Die Zeitung herüber reichen? Er: Natürlich, ich schreibe nur noch schnell einige Erklärungen an die komplizierten Wörter, damit Sie als Frau sie auch verstehen. Sie: Wie bitte? Ich glaube ich höre nicht richtig. Das ist ja wohl eine unverschämte und sexistische... Er: Außerdem hänge ich an die entsprechenden Personenbezeichnungen immer noch ein *Innen an, damit Sie als Frau auch begreifen, wann Sie mitgemeint sind. Sie: Oh, vielen Dank. Ja das ist auch wirklich nötig.

Separierende Sprache

Unter einen Artikel, der versucht die separierende Sprache zu rechtfertigen (ihr wisst schon: "Die Schülerinne und Schüler sollen zusammen mit den LehrerInnen, die Bürger*innen unterstützen") habe ich den folgenden Kommentar geschrieben: Es gibt, denke ich, mehrere Gründe für diese separierende Sprache. Da haben wir zum einen den Alibi-Feminismus: Der Verwender möchte nicht wirklich die neuen Geschlechterrollen leben, will nach Außen aber trotzdem irgendwie progressiv wirken. Also verwendet er die separierende Sprache als Signal, um eine Ausrede für seinen konservativen Lebensstiel zu haben: "Aber ich schreibe doch voll gleichberechtigt!" Zum anderen soll Menschen, die Probleme mit der (Schrift-)Sprache haben (Menschen mit einer schweren Lese- und Rechtschreibschwäche, Menschen mit einer geistigen Behinderung und Menschen, die Deutsch als Fremdsprache sprechen), das Verständnis weiter erschwert werden, um sie weiter auszuschließen. Die separierende Sprache soll hier...

Digitale Nomaden

In dem folgendem Video geht es um Coworking Spaces. Dabei werden Themen angesprochen, die bereits in Kommentaren in diesem Blog diskutiert wurden . Es wird u.a. beschrieben, wie sich "digitale Nomaden" dort niederlassen, wo die Lebenshaltungskosten niedrig sind (z.B. auch die Steuern) aber für Unternehmen in Hochlohnländern arbeiten. Ich könnte mir vorstellen, dass dies in Zukunft noch zunehmen wird. Auch wenn es natürlich spannend ist zu sehen, dass auf diese Weise nicht nur Unternehmen und Arbeitgeber von der Globalisierung und dem (ruinösen?) Standortwettbewerb profitieren, sondern nun auch die Arbeitnehmer, sind die Folgen aber nicht vorhersehbar. Vielleicht führt es - so der positive Blick - zu einer arbeitnehmerfreundlicheren Politik, da die Bürger nun ebenso leicht wie Unternehmen, für sie unattraktive Staaten verlassen und in attraktivere ziehen. Allerdings dürfte es wohl eher - zumindest mittelfristig - zu Verwürfnissen innerhalb der Arbeitnehmerschaft führen. Zwisch...