Direkt zum Hauptbereich

Digitale Nomaden

In dem folgendem Video geht es um Coworking Spaces.

Dabei werden Themen angesprochen, die bereits in Kommentaren in diesem Blog diskutiert wurden.

Es wird u.a. beschrieben, wie sich "digitale Nomaden" dort niederlassen, wo die Lebenshaltungskosten niedrig sind (z.B. auch die Steuern) aber für Unternehmen in Hochlohnländern arbeiten.

Ich könnte mir vorstellen, dass dies in Zukunft noch zunehmen wird. Auch wenn es natürlich spannend ist zu sehen, dass auf diese Weise nicht nur Unternehmen und Arbeitgeber von der Globalisierung und dem (ruinösen?) Standortwettbewerb profitieren, sondern nun auch die Arbeitnehmer, sind die Folgen aber nicht vorhersehbar.

Vielleicht führt es - so der positive Blick - zu einer arbeitnehmerfreundlicheren Politik, da die Bürger nun ebenso leicht wie Unternehmen, für sie unattraktive Staaten verlassen und in attraktivere ziehen.

Allerdings dürfte es wohl eher - zumindest mittelfristig - zu Verwürfnissen innerhalb der Arbeitnehmerschaft führen. Zwischen denen, deren Tätigkeit lokal gebunden ist und jenen, die ihre Dienstleistungen von jedem Ort aus anbieten können.

Das könnte unsere Steuer-, Sozial- und Rechtssysteme ziemlich durcheinander würfeln. Mit Folgen für die politischen Systeme durch die Zunahme von Ressentiments gegenüber "Arbeitsmigranten" und "Volksverrätern".

Und wie bereitet sich unsere Politik darauf vor? "Es interessiert niemanden."

Kommentare

  1. Ich erhoffe mir eher positive Auswirkungen. Früher musste man die eigene Heimat verlassen, wenn es dort keine passenden Jobs gab. Städte wuchsen immer stärker, die Dörfer und Kleinstädte vergreisten. In vielen Bürojobs ist es nun anders möglich. Man kann beim hippen Startup oder Großkonzern arbeiten, ohne die eigene Heimat verlassen zu müssen. Das kann einer Verödung entgegenwirken.

    Es könnte auch eine Vielzahl anderer Probleme abmildern. Wer zu Hause wohnt, kann sich besser um Alte kümmern und er kann in der freiwilligen Feuerwehr sein. Die Großeltern können bei der Betreuung der Enkel aushelfen. Man muss auch nicht jeden Tag 100km pendeln. Das spart Geld und schont die Umwelt.

    Tatsächlich glaube ich, dass die Masse der Menschen lieber in ihrem Umfeld bleibt als zukünftig von Rhodos zu arbeiten. Bis jetzt haben Unternehmen noch immer nicht die riesigen Chancen verstanden, die sich aus einer konsequenten Remote First Arbeitswelt ergeben. Statt mit viel Geld und Aufwand die talentiertesten Mitarbeiter zu einem Umzug zu bewegen, steht mir plötzlich jeder Arbeitnehmer aus ganz Deutschland oder Europa potentiell zur Verfügung. Hätte es diese Möglichkeiten bereits im Jahr 2000 gegeben, wäre unser ostdeutscher Jahrgang nicht über ganz Deutschland verteilt.

    AntwortenLöschen
  2. Ich sehe es eher wie Sebastian.
    Den internationalen Teil mit Arbeit dann eher in Mumbai als auf Rhodos, den gibt es schon ne Weile. Bisher brauchte man da ein Subunternehmen. Jetzt reicht ein Laptop. In beiden Fällen kann man für Länder mit höherem Einkommen arbeiten.

    Beim Wohnen auf dem Land sah ich bisher 2 bedeutende Nachteile. Zum einen die langen Arbeitswege, zum anderen die Leute die da wohnen. Wo sich die Freiwillige Feuerwehr zum allgemeinen Besäufnis trifft, weil es einfach nichts anderes gibt und jeder. Und jeder, der an der großen Gesellschaft teilhaben wollte, weg zog.

    Durch die gestiegene Akzeptanz von Homeoffice könnte man da prinzipiell arbeiten und für die paar Mal Theater/Kino/öffentliches Leben bin ich mit dem Auto genauso schnell in der Stadt wie von hier aus mit der Straßenbahn + Warten.

    Jetzt fehlt bloß noch das Internet. Im Spreewald, der vom Tourismus lebt, gibt es Handyempfang immer noch fast nur auf dem Marktplatz in Burgk. Brandenburg, Meck-Pom und auch Sachsen Außerhalb der Städte sieht nicht besser aus.

    Dagegen hatte ich in Schweden im tiefsten Wald vollen Empfang.

    Kurzfristig wird es wegen dem Arbeiten aus anderen Ort kaum zu Verwerfungen kommen. Und wenn es eines Tages auch hier Internet auf dem Land gibt, können diese Veränderungen auch positiv sein.

    AntwortenLöschen

Kommentar veröffentlichen

Beliebte Posts aus diesem Blog

Vorbereitungen

Wie jeder hinreichend gebildete Mensch weiß, kommt nach der Impfung die Zombieapokalypse (ein Wort mit drei aufeinanderfolgenden Vokalen. Deswegen schreibt man es oft mit Bindestrich. Aber ich gebe Euch die volle Deutschdröhnung!) Da gilt es vorbereit zu sein. Ich habe natürlich einige Zombiefilme und -comics konsumiert. Auch einschlägige Sachbücher von Max Brooks zu dem Thema habe ich studiert ( Der Zombie Survival Guide: Überleben unter Untoten , World War Z: Operation Zombie ). Vorräte sind bereits angelegt. Das Haus muss noch zombiesicher gemacht werden. Meine Frau weigert sich aber immer noch, die Fenster zu verbarrikadieren. Uneinsichtig! Nun stehe ich hier und überlege, welches Werkzeug wohl die beste Waffe wäre, um Zombies abzuwehren.    Wachsam bleiben!

Des Kaisers

Die Sonne war noch nicht aufgegangen und die Welt lag noch im Zwielicht, als sich eine Gestalt aus dem Nebel schälte. Die Wache am Burgtor richtete sich auf. "He, wer da?" Die Gestalt gab keine Antwort. Die Wache legte ihre Hand bereits auf ihren Schwertknauf, da erkannte sie das Wappen an der Kapuze. Die Graue Eminenz! Schnell sank sie auf die Knie. "Ist Majestät Tjorven im Palast?" Die Wache nickte. Ohne ein weiteres Wort ging die Graue Eminenz durch das Tor. Als die Schritte verhalt waren, richtete sich die Wache wieder auf und sah der Gestalt hinterher. Wie vorhergesehen war sie nun also gekommen, um die Geisel auszulösen. Die Wache straffte sich und ging zurück auf ihren Posten. Doch diese kurze Ablenkung hatte ausgereicht, dass sich eine weitere Person unerlaubt Zutritt über die Burgmauer verschafft hatte. Hier beenden wir diesen kurzen Ausflug in die Welt der Fantasy. Es wird bestimmt noch blutig werden. Aber das hat uns nun nicht mehr zu interessieren. Wir w

Emanzipation 2021

  Sie: Können Sie mir bitte Die Zeitung herüber reichen? Er: Natürlich, ich schreibe nur noch schnell einige Erklärungen an die komplizierten Wörter, damit Sie als Frau sie auch verstehen. Sie: Wie bitte? Ich glaube ich höre nicht richtig. Das ist ja wohl eine unverschämte und sexistische... Er: Außerdem hänge ich an die entsprechenden Personenbezeichnungen immer noch ein *Innen an, damit Sie als Frau auch begreifen, wann Sie mitgemeint sind. Sie: Oh, vielen Dank. Ja das ist auch wirklich nötig.