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Posts mit dem Label "Statistik" werden angezeigt.

Bevölkerungsstatistikspielereien

Beim statistischen Bundesamt kann man sich Daten der Fortschreibung des Bevölkerungsstandes seit 1970 herunterladen. Da bekommt man dann eine Tabelle, in der für jedes Jahr die Anzahl der Menschen in Deutschland des jeweiligen Alters aufgeführt sind.  Ich habe mir einmal immer die Zehnerjahre geben lassen und die Anzahl der Personen unter 18 Jahren aufsummiert (Jugend), zwischen 18 und 64 (Erwerbstätige) und alle ab 65 (Rentner) und habe dann das Verhältnis der Erwerbstätigen zu den Rentnern ermittelt.  (Hier als Bild, da ich in Blogger keine vernünftige Tabellendarstellung hinbekomme). Man sieht, dass 1970 auf einen Rentner noch 4 Erwerbstätige kamen, also - bildlich gesprochen - jeder Arbeiter etwa ein Viertel der Rente eines Rentners beisteuerte. Heute kommen nur noch ganz knapp drei Erwerbstätige auf einen Rentner, was bedeuten kann, dass entweder jeder Erwerbstätige jetzt ein Drittel der Rente schultern muss oder der Rentner nur nur drei Viertel der ursprünglichen Rente ...

Gender Empathy Gap

Gestern war wieder Tag des Gender Empathy Gaps , der auf das mangelnde Mitgefühl in unserer Gesellschaft für Männer aufmerksam machen will. Und natürlich wurde dieser Tag absolut trefflich durch unsere Medien thematisiert: nämlich gar nicht. Deswegen möchte ich hier einmal nach den sicherlich völlig vernünftigen Gründen dafür fragen. Warum haben wir weniger Mitgefühl für Männer als für Frauen ? Warum ist das Gender Pay Gap - also der geringere Durchschnittsstundenlohn der Frauen gegenüber den der Männer - in den Medien präsenter als die höhere Zahl an tödlichen Arbeitsunfällen bei Männern oder deren geringere Lebenserwartung ? Warum wird die Überpräsenz von Männern in Vorständen und Parlamenten von der hohen Politik thematisiert, nicht aber die Überpräsenz von Männern an den Wohnungslosen ? Wieso gibt es Programme, Aktionen und Initiativen gegen Gewalt an Frauen , nicht aber gegen die an Männern, obwohl Männer häufiger Opfer von Gewalt werden? Wieso stellt sich unsere Gesellschaft ...

Chancengleichheit?

Heute einmal wieder etwas Statistik und der erneuten Suche nach der Grundgesamtheit. Beginnen wollen wir mit der folgenden Fragestellung: Wenn ich ein prinzipienloser, opportunistischer und rücksichtloser Mensch wäre, der nur darauf aus wäre sein Einkommen und seine Macht zu mehren; in welche Partei sollte ich eintreten, um die größte Chance auf einen Einzug in den Bundestag zu haben? Eine grobe Antwort sollte ich dadurch bekommen, dass ich die jeweiligen Mitgliederzahlen der Parteien ins Verhältnis zu ihren errungenen Bundestagmandaten setze. Auf diese Weise würde ich die Partei mit den geringsten Konkurrenten je Mandat ermitteln. Gesagt getan. Hier die Tabelle: Partei  Mitgliederzahl   Bundestagsmandate   Mitglieder je Mandat  Union 566.547 246 2.303 SPD 443.152 152 2.915 AfD 27.467 95 289 FDP 63.050 80 788 Die Linke 62.298 69 903 Die Grünen 6...

Gewalt in Zahlen

Da es beim Thema geschlechtsspezifische Gewalt einige Unklarheit über die tatsächlichen Verhältnisse gab, möchte ich hier einige Zahlen aufführen. Zuerst die Verhältnisse in Deutschland. Hier beziehe ich mich ausschließlich auf die polizeiliche Kriminalitätsstatistik. Wie jede Statistik, ist sie mit dem Wissen über deren Einschränkungen zu lesen: Es werden nur angezeigte Taten registriert (Hellfeld). Nicht angezeigte Taten bleiben also im Dunkeln (deswegen Dunkelfeld). Ebenso gibt diese Statistik keine Auskunft darüber, wie viele der hier aufgeführten Taten, später auch vor einem Gericht zu einem Schuldspruch führen. (Siehe Polizeiliche Kriminalitätsstatistik, Band 2 , S. 6!) D.h., dass ich eigentlich immer von "mutmaßlichen Opfern" und "Tatverdächtigen" schreiben müsste, statt von Opfern und Tätern. Das macht den Text jedoch etwas schwerfällig. Ich weise meine Leser also hier jetzt darauf hin, dass sie, wenn ich mich auf die PKS beziehe, bitte immer die ...

Fehlende Bezugsgrößen

Was mich inzwischen echt auf die Palme bringt, ist, wenn mir in journalistische Beiträgen freifliegende Zahlen vor den Latz geknallt werden, ohne eine Bezugsgrößen zu erwähnen. Da könnte ich jedesmal ins Lenkrad beißen . Ich möchte dies an zwei Beispielen veranschaulichen. Teure Zahnspangen Am 6. Januar brachte der Deutschlandfunk die Meldung, dass die gesetzlichen Krankenkassen auf belastbare Studien dringen, "um die aufgeworfenen Fragen nach dem Nutzen von Zahnspangen und kieferorthopädischen Maßnahmen zu klären." Eine Meldung, die mich jetzt nicht sonderlich bewegt hätte, bis folgende Aussage kam: Eine Sprecherin des GKV-Spitzenverbands sagte der „Welt am Sonntag“, solche Behandlungen kosteten die Beitragszahler jedes Jahr rund eine Milliarde Euro. Was soll ich bitte schön mit dieser Information anfangen? Welche Absicht steckt dahinter, wenn man mir so eine Zahl hin wirft? Was würde unser Kind bezwecken, wenn es aus der Schule käme und uns sagen würde ...

Bloggeburtstag

Heute vor zehn Jahren habe ich meinen ersten Post in diesem Blog veröffentlicht. Ich hatte den Blog eröffnet, da Steinchen mir vorschlug, statt immer nur ihn mit E-Mails zu nerven, meine Tiraden auch auf andere loszulassen. Entsprechend ging es in den Artikeln der ersten 4 Jahre überwiegend um Ökonomie und Politik . Erst dann gab es einen Artikel zu einem IT-Thema . Schaut man sich die Statistik an, sieht man, dass ich einigermaßen motiviert startete, dann jedoch langsam nachließ. In diesen ersten vier Jahren veröffentlichte ich durchschnittlich etwa alle 22 Tage einen Artikel. Dann kam mit 2013 mein produktivstes Jahr : Durchschnittlich fast alle 11 Tage schrieb ich einen Post. Neben Ökonomie und Politik fanden nun auch die Themen Programmierung , Studium und Kinder Beachtung. Diese Phase endete im April 2014. Erst im Sommer 2016 schrieb ich den nächsten Artikel und veröffentlichte seit dem - bis zum April diesen Jahres - nur etwa alle drei Monate einen weiteren. Und ...

Kosten von Bad Code

Laut einer Studie (hier das englischen Original ) des Bezahldienstleisters Stripe, gehen 42 Prozent der Arbeitszeit eines Entwicklers für die Beschäftigung mit technischen Schulden und "Bad Code" drauf. Ich habe das gerade erst wieder Freitag selbst erlebt. Ich habe den ganzen Tag mit der Erweiterung eines von mir entwickelten Skripts zugebracht, welches ich schon länger nicht mehr "angefasst" hatte (was ein gutes Zeichen ist, denn es ist in der ganzen Abteilung fast täglich im Einsatz und die Bugs halten sich demnach in Grenzen :-)). Allerdings waren mir dadurch die Feinheiten der API nicht mehr so ganz präsent, so dass ich nach einigen Stunden plötzlich in einen Fehler lief (beim manuellen Testen. Selbstverständlich gab es keine ständig ausführbaren, voneinander unabhängigen automatischen Tests). Also debugged (mittels "print") und irgendwann schlug dann die Erkenntnis zu: Stimmt ja, dieser Befehl führt den Code ja verzögert aus. Variablen die dar...

Staatsausgaben

Vor einiger Zeit nahm ich an einer Diskussion teil, bei der jemand behauptete, dass es uns besser gehen würde, wenn wir das Geld, das wir ins Militär stecken, stattdessen in den Sozial- und Gesundheitsbereich stecken würden. Ich wies darauf hin, dass die deutschen Verteidigungsausgaben unter 10 Prozent liegen dürften und der größte Brocken bei den Sozialausgaben liegt, bei fast 50 Prozent. Mein Diskussionspartner erwiderte, dass er das anzweifle. Aus diesem Grund habe ich noch einmal nachgelesen und möchte das Ergebnis auch hier gleich präsentieren. Quelle ist das statistische Jahrbuch 2011 , S. 578. Ich habe nur Angaben zum Jahr 2008 gefunden, wenn jemand die Daten für ein neueres Jahr kennt, möge er mir das bitte mitteilen. Demnach machten 2008 die Verteidigungsausgaben 2,4 Prozent der gesamten Staatsausgaben aus, die Sozialausgaben beliefen sich auf 55,5 Prozent, gefolgt von der allgemeinen Finanzwirtschaft, unter der u.a. die Zinszahlung für Staatschulden zu finden ist. ...

Empirische Studien zum Mindestlohn

Die Studie "Minimum Wage Effects Across State Borders" könnte der Diskussion über Mindeslöhne in Deutschland neuen Auftrieb geben. Ich habe bisher nur die Zusammenfassung im Handelsblatt gelesen. Ebenso möchte ich in diesem Zusammenhang auch noch auf die Studie "Mindestlohneffekte des Entsendegesetzes? Eine Mikrodatenanalyse für die deutsche Bauwirtschaft" hinweisen, von der ich bisher ebenfalls nur die Zusammenfassung im Handelsblatt gelesen habe.

Der Kapitalismus und die Historiker

Weitere Quellen zum Thema : "Capitalism and the Historians" ( Google-Books ) ( Amazon ) herausgegeben von F. A. Hayek , speziell die Essays von T. S. Ashton . Eine Zusammenfassung findet man hier . Und die Arbeiten von Wilhelm Abel , z.B."Massenarmut und Hungerkrisen im vorindustriellen Europa. Versuch einer Synopsis" ( DNB ) oder "Der Pauperismus in Deutschland am Vorabend der industriellen Revolution" ( DNB ).