Direkt zum Hauptbereich

Kosten von Bad Code

Laut einer Studie (hier das englischen Original) des Bezahldienstleisters Stripe, gehen 42 Prozent der Arbeitszeit eines Entwicklers für die Beschäftigung mit technischen Schulden und "Bad Code" drauf.

Ich habe das gerade erst wieder Freitag selbst erlebt. Ich habe den ganzen Tag mit der Erweiterung eines von mir entwickelten Skripts zugebracht, welches ich schon länger nicht mehr "angefasst" hatte (was ein gutes Zeichen ist, denn es ist in der ganzen Abteilung fast täglich im Einsatz und die Bugs halten sich demnach in Grenzen :-)).

Allerdings waren mir dadurch die Feinheiten der API nicht mehr so ganz präsent, so dass ich nach einigen Stunden plötzlich in einen Fehler lief (beim manuellen Testen. Selbstverständlich gab es keine ständig ausführbaren, voneinander unabhängigen automatischen Tests).

Also debugged (mittels "print") und irgendwann schlug dann die Erkenntnis zu: Stimmt ja, dieser Befehl führt den Code ja verzögert aus. Variablen die darüber definiert werden, sind erst beim nächsten Skriptlauf verfügbar und ein Variablenzugriff im ersten Lauf führt entsprechend zu einem Fehler.

Ein Kommentar an dieser Stelle, welches mich (oder einen anderen Entwickler) daran erinnert hätte, hätte mir (und damit der Firma) eine halbe bis Dreiviertelstunde, in der ich den Fehler eingebaut, danach gesucht und dann wieder ausgebaut habe, erspart.

Jetzt steht der Kommentar im Code.

Aber eben, wie in der Studie aufgeführt, etwa zehn Prozent der Arbeitszeit durch Bad Code verschwendet.

Unternehmen (und vielleicht schon Universitäten?) sollten nicht nur darauf bedacht sein, dass ihre Entwickler (bzw. Studenten) programmieren können, sondern dass sie auch "gut", also verständlich und nachhaltig programmieren.

Also nicht nur "Kann Dein Code dem Computer klar machen, was Du willst?" sondern auch "Kann Dein Code einem Menschen klar machen, was Du willst?"

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Vorbereitungen

Wie jeder hinreichend gebildete Mensch weiß, kommt nach der Impfung die Zombieapokalypse (ein Wort mit drei aufeinanderfolgenden Vokalen. Deswegen schreibt man es oft mit Bindestrich. Aber ich gebe Euch die volle Deutschdröhnung!) Da gilt es vorbereit zu sein. Ich habe natürlich einige Zombiefilme und -comics konsumiert. Auch einschlägige Sachbücher von Max Brooks zu dem Thema habe ich studiert ( Der Zombie Survival Guide: Überleben unter Untoten , World War Z: Operation Zombie ). Vorräte sind bereits angelegt. Das Haus muss noch zombiesicher gemacht werden. Meine Frau weigert sich aber immer noch, die Fenster zu verbarrikadieren. Uneinsichtig! Nun stehe ich hier und überlege, welches Werkzeug wohl die beste Waffe wäre, um Zombies abzuwehren.    Wachsam bleiben!

Des Kaisers

Die Sonne war noch nicht aufgegangen und die Welt lag noch im Zwielicht, als sich eine Gestalt aus dem Nebel schälte. Die Wache am Burgtor richtete sich auf. "He, wer da?" Die Gestalt gab keine Antwort. Die Wache legte ihre Hand bereits auf ihren Schwertknauf, da erkannte sie das Wappen an der Kapuze. Die Graue Eminenz! Schnell sank sie auf die Knie. "Ist Majestät Tjorven im Palast?" Die Wache nickte. Ohne ein weiteres Wort ging die Graue Eminenz durch das Tor. Als die Schritte verhalt waren, richtete sich die Wache wieder auf und sah der Gestalt hinterher. Wie vorhergesehen war sie nun also gekommen, um die Geisel auszulösen. Die Wache straffte sich und ging zurück auf ihren Posten. Doch diese kurze Ablenkung hatte ausgereicht, dass sich eine weitere Person unerlaubt Zutritt über die Burgmauer verschafft hatte. Hier beenden wir diesen kurzen Ausflug in die Welt der Fantasy. Es wird bestimmt noch blutig werden. Aber das hat uns nun nicht mehr zu interessieren. Wir w

Emanzipation 2021

  Sie: Können Sie mir bitte Die Zeitung herüber reichen? Er: Natürlich, ich schreibe nur noch schnell einige Erklärungen an die komplizierten Wörter, damit Sie als Frau sie auch verstehen. Sie: Wie bitte? Ich glaube ich höre nicht richtig. Das ist ja wohl eine unverschämte und sexistische... Er: Außerdem hänge ich an die entsprechenden Personenbezeichnungen immer noch ein *Innen an, damit Sie als Frau auch begreifen, wann Sie mitgemeint sind. Sie: Oh, vielen Dank. Ja das ist auch wirklich nötig.