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Posts mit dem Label "Empirik" werden angezeigt.

Gender Empathy Gap

Gestern war wieder Tag des Gender Empathy Gaps , der auf das mangelnde Mitgefühl in unserer Gesellschaft für Männer aufmerksam machen will. Und natürlich wurde dieser Tag absolut trefflich durch unsere Medien thematisiert: nämlich gar nicht. Deswegen möchte ich hier einmal nach den sicherlich völlig vernünftigen Gründen dafür fragen. Warum haben wir weniger Mitgefühl für Männer als für Frauen ? Warum ist das Gender Pay Gap - also der geringere Durchschnittsstundenlohn der Frauen gegenüber den der Männer - in den Medien präsenter als die höhere Zahl an tödlichen Arbeitsunfällen bei Männern oder deren geringere Lebenserwartung ? Warum wird die Überpräsenz von Männern in Vorständen und Parlamenten von der hohen Politik thematisiert, nicht aber die Überpräsenz von Männern an den Wohnungslosen ? Wieso gibt es Programme, Aktionen und Initiativen gegen Gewalt an Frauen , nicht aber gegen die an Männern, obwohl Männer häufiger Opfer von Gewalt werden? Wieso stellt sich unsere Gesellschaft ...

Chancengleichheit?

Heute einmal wieder etwas Statistik und der erneuten Suche nach der Grundgesamtheit. Beginnen wollen wir mit der folgenden Fragestellung: Wenn ich ein prinzipienloser, opportunistischer und rücksichtloser Mensch wäre, der nur darauf aus wäre sein Einkommen und seine Macht zu mehren; in welche Partei sollte ich eintreten, um die größte Chance auf einen Einzug in den Bundestag zu haben? Eine grobe Antwort sollte ich dadurch bekommen, dass ich die jeweiligen Mitgliederzahlen der Parteien ins Verhältnis zu ihren errungenen Bundestagmandaten setze. Auf diese Weise würde ich die Partei mit den geringsten Konkurrenten je Mandat ermitteln. Gesagt getan. Hier die Tabelle: Partei  Mitgliederzahl   Bundestagsmandate   Mitglieder je Mandat  Union 566.547 246 2.303 SPD 443.152 152 2.915 AfD 27.467 95 289 FDP 63.050 80 788 Die Linke 62.298 69 903 Die Grünen 6...

Gewalt in Zahlen

Da es beim Thema geschlechtsspezifische Gewalt einige Unklarheit über die tatsächlichen Verhältnisse gab, möchte ich hier einige Zahlen aufführen. Zuerst die Verhältnisse in Deutschland. Hier beziehe ich mich ausschließlich auf die polizeiliche Kriminalitätsstatistik. Wie jede Statistik, ist sie mit dem Wissen über deren Einschränkungen zu lesen: Es werden nur angezeigte Taten registriert (Hellfeld). Nicht angezeigte Taten bleiben also im Dunkeln (deswegen Dunkelfeld). Ebenso gibt diese Statistik keine Auskunft darüber, wie viele der hier aufgeführten Taten, später auch vor einem Gericht zu einem Schuldspruch führen. (Siehe Polizeiliche Kriminalitätsstatistik, Band 2 , S. 6!) D.h., dass ich eigentlich immer von "mutmaßlichen Opfern" und "Tatverdächtigen" schreiben müsste, statt von Opfern und Tätern. Das macht den Text jedoch etwas schwerfällig. Ich weise meine Leser also hier jetzt darauf hin, dass sie, wenn ich mich auf die PKS beziehe, bitte immer die ...

Fehlende Bezugsgrößen

Was mich inzwischen echt auf die Palme bringt, ist, wenn mir in journalistische Beiträgen freifliegende Zahlen vor den Latz geknallt werden, ohne eine Bezugsgrößen zu erwähnen. Da könnte ich jedesmal ins Lenkrad beißen . Ich möchte dies an zwei Beispielen veranschaulichen. Teure Zahnspangen Am 6. Januar brachte der Deutschlandfunk die Meldung, dass die gesetzlichen Krankenkassen auf belastbare Studien dringen, "um die aufgeworfenen Fragen nach dem Nutzen von Zahnspangen und kieferorthopädischen Maßnahmen zu klären." Eine Meldung, die mich jetzt nicht sonderlich bewegt hätte, bis folgende Aussage kam: Eine Sprecherin des GKV-Spitzenverbands sagte der „Welt am Sonntag“, solche Behandlungen kosteten die Beitragszahler jedes Jahr rund eine Milliarde Euro. Was soll ich bitte schön mit dieser Information anfangen? Welche Absicht steckt dahinter, wenn man mir so eine Zahl hin wirft? Was würde unser Kind bezwecken, wenn es aus der Schule käme und uns sagen würde ...

Bloggeburtstag

Heute vor zehn Jahren habe ich meinen ersten Post in diesem Blog veröffentlicht. Ich hatte den Blog eröffnet, da Steinchen mir vorschlug, statt immer nur ihn mit E-Mails zu nerven, meine Tiraden auch auf andere loszulassen. Entsprechend ging es in den Artikeln der ersten 4 Jahre überwiegend um Ökonomie und Politik . Erst dann gab es einen Artikel zu einem IT-Thema . Schaut man sich die Statistik an, sieht man, dass ich einigermaßen motiviert startete, dann jedoch langsam nachließ. In diesen ersten vier Jahren veröffentlichte ich durchschnittlich etwa alle 22 Tage einen Artikel. Dann kam mit 2013 mein produktivstes Jahr : Durchschnittlich fast alle 11 Tage schrieb ich einen Post. Neben Ökonomie und Politik fanden nun auch die Themen Programmierung , Studium und Kinder Beachtung. Diese Phase endete im April 2014. Erst im Sommer 2016 schrieb ich den nächsten Artikel und veröffentlichte seit dem - bis zum April diesen Jahres - nur etwa alle drei Monate einen weiteren. Und ...

Ist der Markt im Gesundheitswesen schädlich?

Der Artikel "Bitter Pill: Why Medical Bills Are Killing Us" beschreibt die Verhältnisse im amerikanischen Gesundheitswesen. Dem Artikel nach scheinen Krankenhäuser bzw. Gesundheitsproduktanbieter allgemein natürliche Monopole zu sein, deren Preise nicht durch den Wettbewerb reguliert werden. Weiß einer meiner Leser mehr über das amerikanische Gesundheitssystem und kann mir ggf. erklären, warum sich bei den erwirtschafteten Profiten keine Konkurrenten hinzugesellen, welche die Preise drücken könnten?

Kleinigkeiten

Dieser Blog ist momentan ziemlich verwaist. Ein paar Kleinigkeiten nehmen mich zur Zeit stärker in Anspruch. Eine solche Kleinigkeit ist meine Bachelorarbeit, die ich bis spätestens 12. Februar abgegeben haben muss. Allerdings komme ich da überhaupt nicht voran, weswegen ich jetzt mal wieder einen Eintrag schreibe. Am 13. Februar kann ich dann hier berichten, wie ich durchgefallen bin. Bis dahin kann ich ja mal kurz das Thema vorstellen. Es geht um den Einfluss der Identiät eines Menschen auf dessen wirtschaftliche Entscheidungen und auf die Entscheidungen anderer. Diese allgemeine Theorie versuche ich auf eine konkrete Studie in einem indischen Call-Center anzuwenden. Es gilt die Frage zu beantworten, wie die nationale Identität, die Berufsidentität und die Indentifizierung mit der Organisation die Kündigungsbereitschaft der Mitarbeiter beeinflussen. Dabei muss auch der Zusammenhang mit der Arbeitsleistung beachtet werden. Insbesonders die Varianz der Leistung scheint den jeweili...

Staatsausgaben

Vor einiger Zeit nahm ich an einer Diskussion teil, bei der jemand behauptete, dass es uns besser gehen würde, wenn wir das Geld, das wir ins Militär stecken, stattdessen in den Sozial- und Gesundheitsbereich stecken würden. Ich wies darauf hin, dass die deutschen Verteidigungsausgaben unter 10 Prozent liegen dürften und der größte Brocken bei den Sozialausgaben liegt, bei fast 50 Prozent. Mein Diskussionspartner erwiderte, dass er das anzweifle. Aus diesem Grund habe ich noch einmal nachgelesen und möchte das Ergebnis auch hier gleich präsentieren. Quelle ist das statistische Jahrbuch 2011 , S. 578. Ich habe nur Angaben zum Jahr 2008 gefunden, wenn jemand die Daten für ein neueres Jahr kennt, möge er mir das bitte mitteilen. Demnach machten 2008 die Verteidigungsausgaben 2,4 Prozent der gesamten Staatsausgaben aus, die Sozialausgaben beliefen sich auf 55,5 Prozent, gefolgt von der allgemeinen Finanzwirtschaft, unter der u.a. die Zinszahlung für Staatschulden zu finden ist. ...

Ansichten eines Informatiker

Hier mal einen Verweis auf zwei Artikel von Hadmut Danisch: In seinem Beitrag "Über die Vorratsdatenspeicherung" zeigt Danisch den möglichen Nutzen einer Vorratsdatenspeicherung und weist auch auf den § 101 Urheberrecht hin. Und als kurzzeitig in den Entstehungsprozess Involvierter gibt er uns einen Einblick darin, "[w]ie die deutsche Internet-Kinderpornosperre zustande kam – und zugrunde ging" .

Empirische Studien zum Mindestlohn

Die Studie "Minimum Wage Effects Across State Borders" könnte der Diskussion über Mindeslöhne in Deutschland neuen Auftrieb geben. Ich habe bisher nur die Zusammenfassung im Handelsblatt gelesen. Ebenso möchte ich in diesem Zusammenhang auch noch auf die Studie "Mindestlohneffekte des Entsendegesetzes? Eine Mikrodatenanalyse für die deutsche Bauwirtschaft" hinweisen, von der ich bisher ebenfalls nur die Zusammenfassung im Handelsblatt gelesen habe.

Wirtschaftsnobelpreis für Elinor Ostrom

Vorgestern gab das Nobelpreiskomitee bekannt , dass der diesjährige Wirtschaftsnobelpreis an die Wissenschaftler Elinor Ostrom und Oliver E. Williamson geht. Elinor Ostrom wird damit für ihre Arbeit über öffentliche Güter ausgezeichnet. Da dieses Thema mich sehr interessiert, bin ich dem Komitee und den berichtenden Medien sehr dankbar, dass sie mich auf ihre Arbeit aufmerksam machten und habe mir sofort ihr Buch "Die Verfassung der Allmende: jenseits von Staat und Markt" ausgeliehen, bevor es jemand anderes tun konnten. Das, was ich in der Google-Vorschau bereits gesichtet hatte, liest sich vielversprechend.

Amerika, du hast es besser

Mit diesem seinen Ceterum Censeo schließt Zettel einige seiner Texte über Amerika, wie zum Beispiel jenen über Harvard oder über "das amerikanische Paradox" . Damit soll bei weitem nicht behauptet werden, dass in den Vereinigten Staaten das Paradies auf Erden existiert, aber da - zumindest aus meiner Sicht - Amerika sehr oft als die Hölle auf Erden dargestellt wird, kann die Präsentation anders lautender Darstellungen ruhig entsprechend optimistisch enden. Gang besonders möchte ich auf den Blog von Scot Stevenson aufmerksam machen (wenn das überhaupt noch notwendig ist). Ob er über Popcorn, American Football oder die amerikanische Verfassung schreibt; stets lerne ich Neues und bisher Unbekanntes. So gut wie alle seiner Artikel könnte ich empfehlen, schlage aber dem geneigten Leser den Einstieg über die "fünf wichtigsten (und hoffentlich besten) Einträge" und seine Themenliste vor. Sehr oft dachte ich beim Lesen seiner Beiträge: "Amerika, du hast es besser....

Der Kapitalismus und die Historiker

Weitere Quellen zum Thema : "Capitalism and the Historians" ( Google-Books ) ( Amazon ) herausgegeben von F. A. Hayek , speziell die Essays von T. S. Ashton . Eine Zusammenfassung findet man hier . Und die Arbeiten von Wilhelm Abel , z.B."Massenarmut und Hungerkrisen im vorindustriellen Europa. Versuch einer Synopsis" ( DNB ) oder "Der Pauperismus in Deutschland am Vorabend der industriellen Revolution" ( DNB ).

Keine Angst vorm Manchester-Liberalismus

Ich recherchiere gerade etwas über das 19. Jahrhundert und die Industrielle Revolution, was sich jedoch noch etwas hinziehen wird. Im Geiste von Open Science möchte ich jedoch bereits einige Quellen vorstellen; zum Thema "Manchester-Liberalismus". Die heute gängige Vorstellung einer Ideologie, die nur auf das Eigeninteresse und die Vorteile der "Reichen" bedacht war und des Staates als Hüter des Gemeinwohls und Beschützer der Armen, der sich im 19. Jahrhundert völlig aus der Wirtschaft heraushielt, wird in den angeführten Texten als nicht ganz korrekt präsentiert. Vielmehr zeigt sich, dass die Interventionen des Staats die Lage der Armen verschlechterte und durch das Zurückdrängen des Staates verbessert wurde. Ich werde darauf hoffentlich später noch genauer eingehen können. Gerecht ist nur die Freiheit von Richard Herzinger und Mythos Manchestertum von Detmar Doering