Sonntag, 30. November 2008

Steigende Erträge

Vor über einen Jahr verwies mich ein Freund im Rahmen einer Diskussion auf die Arbeiten von W. Brain Arthur zum Thema "Steigende Erträge", die Fehler bzw. Unvollständigkeiten in der gängigen Wirtschaftstheorie aufzeigen würden.

Diesem Hinweis ging ich auch zugleich nach und um die Erkenntnisse auch genügend würdigen zu können, machte ich mich zuvor mit dem bisherigen Wissenstand zum Thema "Ertragsgesetz" vertraut. Die darauffolgende Lektüre Arthurs "Increasing Returns and the New World of Business" war dann jedoch etwas ernüchternd.

Was sind, sehr kurz gefasst, die Aussagen Arthurs? In der klassischen Ökonomie gäbe es das Gesetz vom abnehmenden Ertrag, dieses gelte jedoch nur in der materiellen Wirtschaft. In der neuen Wirtschaft – der IT Industrie – ist dieses Gesetz aber obsolet, zumindest jedoch unvollständig, denn hier gilt das Gesetzt vom steigenden Ertrag.

Steigende Erträge aber führen laut Arthur nicht mehr zu einer gleichgewichtigen Wirtschaft, basierend auf vollständigen Wettbewerb, sondern zu instabilen Zuständen mit der Vorherrschaft eines einzigen Unternehmens (Monopol) bzw. einer Technologie. Dies sei ein Fall von Marktversagen und damit ein Grund für staatliche Intervention.

Die Ursache für steigende Erträge sieht er u.a. im Charakter der Information liegen, die mit einem Aufwand von nahezu Null kopiert und im Falle des Vertriebs von Software entsprechende Stückkosten von Null bedeutet.

Ist das neu? Was sagt jene Quelle dazu, welche ich zuvor konsultierte, um mich über den bisherigen Stand zu dem Thema zu informieren? Werfen wir also einen Blick in das Werk "Nationalökonomie" von Ludwig von Mises, aus dem Jahre 1940, welches vom Thema Software und Informationstechnologie nicht allzu sehr beeinflusst sein dürfte.

Im Abschnitt "Das Ertragsgesetz" (S. 95) leitet Mises das Ertragsgesetz aus den Charakteristika knapper Mittel her. Knapp ist ein Mittel, "wenn von ihm nur eine begrenzte Wirkung ausgeht." Im Gegensatz dazu könnten "Ursachen, die eine Wirkung, die wir als nützlich ansehen, in unbegrenzter Menge hervorrufen,[...] von uns nie als knapp angesehen werden, sie sind keine wirtschaftlichen Güter und werden nicht bewirtschaftet."

Das Ertragsgesetz bezieht sich also nur auf wirtschaftliche Güter und besagt: "für die Verbindung von komplementären wirtschaftlichen Gütern zur Produktion besteht ein optimales Mengenverhältnis. Entfernt man sich durch Vergrößerung der Menge nur eines der komplementären Güter von dem optimalen Mengenverhältnis, dann steigt der Ertrag entweder überhaupt nicht oder nicht in dem Masse, in dem der Aufwand wächst."

Mises veranschaulicht uns auch jenen Fall, in dem das Ertragsgesetz nicht gilt, weil das entsprechende Mittel kein wirtschaftliches Gut ist: "Das Rezept, das uns zeigt, wie man aus Teeblättern, heißem Wasser und Arbeit Tee bereiten kann, gibt, wenn man es nur kennt, unbegrenzte Nutzwirkung ab; es verliert nichts von seiner Nutzwirkung, wenn man es noch so viel gebraucht, es ist unerschöpflich in seiner Wirkung und wird daher nicht bewirtschaftet."

Das, was Mises damals als Rezept bezeichnete, würden wir heute zusätzlich noch mit Worten wie Algorithmus oder eben Software in Zusammenhang bringen.

Etwa 40 Jahre später gewinnt Arthur diese Erkenntnis – erneut.

Freitag, 28. November 2008

Und nun?

Da habe ich nun einen Blog eröffnet (eher skeptisch, da es schon sehr viele hochwertige Blogs gibt und ich nicht weiß, ob meine Beiträge quantitativ und qualitativ mit diesen mithalten können) doch fehlen mir nun die Inhalte.

Zwar hätte ich schon einige Themen auf dem Radar nur hapert es daran meine Gedanken dazu soweit zu ordnen, dass sich jeweils ein informativer, verständlicher und interessanter (wenn nicht gar fesselnder) Text ergibt.

Denn zwar scheine ich in der Lage zu sein seitenlange Niederschriften zu produzieren, aber wenn ich mir solche, von mir fabrizierten Werke von vor einigen Jahren heute wieder zu Gemüte führe, dann lese ich diese ja selbst nicht mehr bis zum Ende. Dies mag zum einen daran liegen, dass sich inzwischen meine Ansichten zu den behandelten Themen geändert haben; zum anderen aber auch daran, dass die Argumentation langatmig und die humoristischen Einlagen fad sind. (Und auch solche Texte gibt es schon zur Genüge im Netz).

Nun möchte ich hier aber auch nicht als jemand auftreten, der gekünstelt tiefstapelt und dessen gespielte "Bescheidenheit" letztlich nur ein "fishing for compliments" ist.
Somit verweise ich an diese Stelle gerne auf einige Texte von mir, die ich eigentlich für gut gelungen halte:


Wer das Erscheinungsdatum der Texte wissen will, sollte auf die Seite "Geschichten der Drei und Ihr" gehen. Einen Besuch dieser Seite kann ich auf jeden Fall nur wärmstens empfehlen, denn dort finden sich noch wesentlich amüsantere und kritischere Texte von anderen Autoren.

Na nun ist ja doch schon mein erster Eintrag zustande gekommen. Ein Anfang wäre also gemacht.

Martin

Edit: Der Link auf den Text "Ellenbogenmentalität" hat sich geändert.