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Schaf im Wolfspelz...

...oder doch anders herum? Ansichtssache. Jedenfalls habe ich einen Artikel im Spiegelfechter zum Anlass genommen, eine von mir in diesem Blog bereits gestellt Frage , dort noch einmal zu stellen. Diesmal habe ich mich jedoch bemüht, die marktfeindliche Argumentation aufrechtzuerhalten. Allerdings habe ich auch hier keine befriedigende Antwort bekommen, warum wir uns denn die Marktwirtschaft noch antuen, wo doch ihre Abwesenheit in anderen Bereichen als viel vorteilhafter gesehen wird.

Wer macht' s?

Hier jetzt mal ein Gedanke zum - Überraschung - Schreiben von Anforderungen. Da schwanke ich hin und her zwischen Pragmatismus ("Sieh‘ s nicht so streng. Der Leser weiß schon was gemeint ist.") und erkenntnistheoretischen Dogmatismus ("Die Anforderungen muss vollständig, konsistent und für jeden unmissverständlich sein. Definieren wir deswegen als erstes, was ein 'Mensch' ist!"). Ein Schlachtfeld in diesem Krieg (zwischen mir und meiner Wenigkeit) ist die Formulierung von Nutzeraktivitäten. Da liest (und schreibt) man z.B. "Das Programm muss dem Nutzer die Möglichkeit bieten, eine Datei zu öffnen." oder "Falls der Nutzer ein neues Objekt angelegt hat, muss das Programm eine Meldung ausgeben." Doch eigentlich verständlich, oder? Ja, aber dennoch falsch! Denn nicht der Nutzer öffnet die Datei, sondern das Programm. Der Nutzer wählt die Datei aus und gibt dem Programm den Auftrag, sie zu öffnen. Und auch das Objekt wird nicht vom Nutzer a...

Rationalisierung und Monopoly

Ein Freund schickte mir vorgestern eine Mail mit einigen Fragen, die ich doch in meinem Blog beantworten könne. Ich versuche es hiermit einmal. "[...] man hört ja Sachsen. Foxcon kauft Industrieroboter. Sie sind jetzt schon billiger als chinesische Wanderarbeiter. An der Supermarktkasse kann ich selber meine Einkäufe scannen. Kein Angestellter kümmert sich um mich. Die Maschnine ist billiger. Da ist das Gerede von zwei Möglichkeiten, einer noch größeren Schere zwischen Arm und Reich, weil die Armen keinen Job finden. Und dann das neue Athen, wo Maschinen unsere Sklaven sind, und wir müßig in der Sonne sitzen und philosophieren können. Zweiteres klingt ein bischen nach Kommunismus, denn irgendjemand muss die Reichtümer umverteilen. Wir sind ja eben doch geizig. Damit ist die Schere der plausiblere Weg." "[...] Wenn nur noch die Besitzer der mächtigen Maschinen Geld bekommen, weil sie alle Arbeitskraft inne haben, wo ist dann der Markt? Das Heer der (z.T. unfreiw...

Datenschutzskandal im Kindergarten

Man ist ja sensibilisiert. Facebook und Co. sage ich nur! Ich bin ja nicht von gestern; bin ja topfit in den "neuen Medien". Gestern also brachte unser Kind so ein "Facebook" mit nachhause und sollte es ausfüllen. "Meine Kindergartenfreunde" - ha. Da werden sensibelste Daten abgefragt. U.a. Name, Geburtsdatum, Lieblingsessen, Lieblingsspiele, ein Foto und eine eigene Zeichnung. Da war ich aber sofort auf der Hut und habe das gleich konfisziert. Daraus lassen sich doch Persönlichkeitsprofile bis zu den Urgroßeltern erstellen. Die eigene Zeichnung dient ganz klar der graphologischen Analyse, um Rückschlüsse auf den psychologischen Zustand zu ermöglichen. "Wer hat Dir diesen Trojaner in den Rucksack geschmuggelt?" fragte ich mein Kind. Ihre Freundin hätte es ihr gegeben. Ein Skandal! Da werden Kinder schon Opfer der Adresshändler. Na ihrer Freundin habe ich aber heute mal die Meinung gegeigt: Was sie sich erlaube. Ob sie denn kein Unrechtsbewusstse...

Sanktionen

Der Lehrstuhl, bei dem ich meine Bachelorarbeit schreiben will, schlug mir vor mich mit Sanktionen aus ökonomischer Sicht zu beschäftigen. Als Einstiegsliteratur wurde mir der Artikel "Are Sanctions Effective? A Game-Theoretic Analysis" von George Tsebelis zur Verfügung gestellt. Der Artikel Tsebelis geht den Fragen nach, wie effektiv Sanktionen von Staaten gegen andere Staaten sind, was die Gründe für eine niedrige Effektivität sind, was die theoretisch optimale "Sanktionsmenge" auf der einen bzw. "Kooperationsmenge" auf der anderen Seite ist, und von welchen Faktoren diese optimalen Mengen abhängen. Hierfür betrachtet er sechs Szenarien in einem Spiel mit einem Sanktionssender und einem Sanktionsempfänger und variiert verschiedene Modellparameter, wie z.B. das den Spielern zur Verfügung stehende Wissen, die Reihenfolge ihrer Entscheidungen oder die Skalierbarkeit ihrer Mengenwahl. Er kommt zu dem Schluss, dass die jeweils optimalen Mengen una...