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Activity sampling


Drei Sanduhren und eine Armbanduhr in einem Setzkasten Wenn ich in den letzten Jahren Schülerpraktikanten betreut habe, ließ ich diese immer einen "Activity Tracker" entwickeln. Damit sie in den anderthalb bis zwei Wochen einen wirklichen Einblick in den Arbeitsalltag bekommen, habe ich ihnen am Anfang immer eine Einführung in den Softwareentwicklungsprozess gegeben, den sie dann so auch nachvollziehen mussten: Analyse, Design, Implementierung, Test, Wartung - das klassische Wasserfallmodell eben (Softwareentwicklung ist nicht nur Programmierung).

Ich hoffe, ich konnte ihnen auch das zu bearbeitende Problem so erläutern, dass sie die Motivation dahinter verstanden und damit die Aufgabenstellung als sinnvoll empfanden und nicht nur als Beschäftigungstherapie begriffen:

Ich erklärte ihnen, dass wir oft mehrere Projekte parallel bearbeiten und auch innerhalb eines Projekts verschiedene Tätigkeiten ausführten (siehe die verschiedenen Phasen oben) und dass wir diese Tätigkeiten zur Nachverfolgung, der Kostenermittlung und für späteren Planungen regelmäßig verbuchen müssen. Am Ende eines Tages (oder gar einer Woche) frage man sich aber oft "was habe ich eigentlich genau wie lange gemacht?"

Und genau um diese Frage zu beantworten, sollten die Schüler nun eben jenen Activity Tracker entwickeln, der meine Tätigkeiten aufzeichnet, so dass ich sie mir am Ende des Abrechnungszeitraums in Ruhe anschauen kann.

Die entwickelten Lösungen basierten immer auf dem Ansatz, dass der Nutzer beim Wechseln einer Aktivität, diesen Wechsel dem Programm mitteilt. Das hat bei mir aber nie funktioniert. Ich vergaß es immer und erst nach ein, zwei Stunden viel mir ein, dass ich ja jetzt schon wieder etwas anderes machte als zu Beginn des Tages. Nach ersten Tagen der Nutzung war der Tracker dann leider bei mir wieder abgemeldet.

Vor einigen Wochen nun stieß ich aber auf einen Artikel von Ralf Westphal zu dem Thema, der die gleichen Probleme beschrieb und als Lösung einen Activity Sampler empfahl. Statt auf eine Eingabe des Nutzers zu warten, fragt dass Programm in bestimmten Intervallen beim Nutzer nach, ob dieser immer noch mit der zuletzt angegebenen Aktivität beschäftigt ist. Was zuerst unglaublich lästig klingt, hat für mich aber einen viel geringeren geistigen Overhead, als ständig daran denken zu müssen, bei Tätigkeitsänderungen selbst aktiv werden zu müssen.

Die Lösung ist bei mir seit einigen Wochen erfolgreich im Einsatz. Vielleicht haben ja auch andere mit den beschriebenen Problemen zu kämpfen und finden die vorgeschlagene Alternative nützlich.

Kommentare

  1. Ich weigere, solch genaue Auflistungen meiner Arbeitszeit zu liefern. Wenn ich wirklich auf verschiedene Projekte buchen muss, dann mache ich das am Ende des Tages nach Bauchgefühl, also 2h dort, 3h hier, den Rest auf jenes. Das ist aus meiner Sicht völlig ausreichend. Wenn ein Chef meint, es genauer zu brauchen, soll er sich bitte per Stoppuhr neben mich setzen. Von daher würde ich auch dir raten, schaff diese ganzen Tracker ab. Es ist eine Illusion zu glauben, dass das irgendwas mit Objektivität oder Transparenz zu tun hat.

    Für deine Praktis ist es natürlich eine gute Aufgabe, aber kann ein Schülerpraktikant solch eine komplexe Aufgabe wirklich in 2 Wochen lösen? Ihr müsst ziemlich fitte Praktis haben!

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  2. Ach, und schau mal bei Gelegenheit, ob du hier nicht ein neues Theme für deinen Blog aktivieren kannst. Das Ding skaliert nicht richtig und in Originalauflösung nutzt es gerade mal 1/5 der Monitorbreite. Da wir ja alle älter werden, kann ich so aber kaum was erkennen :-)

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  3. Da habe ich wohl einen falschen Eindruck vermittelt: Wir müssen am Ende jeden Tages auch nur sagen, wieviele Stunden wir für jedes Projekt gearbeitet haben. Eine Aufschlüsselung nach Uhrzeit ist ebensowenig notwenig, wie die Verwendung eines Tracking-Tools.

    Dass ich ein solches Tool verwendet, ist ganz alleine mein persönlicher Wunsch, da ich am Tag öfters zwischen mehreren Projekten hin und herspringe und mir mein Bauchgefühl am Tagesende dann nicht mehr weiterhilft.

    Natürlich könnte ich auch einfach ein Blatt Papier nutzen. Aber wenn ich schon den ganzen Tag an einem Computer sitze...

    Das Tool sagt mir dann auch nur:
    20.10.2018:
    Projekt 1: 2 h
    Projekt 2: 3,5 h
    Projekt 3: 0,5 h

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  4. Ich habe selbst schon ein paar mal verschiedene andere Layouts ausprobiert, aber noch kein ansprechendes gefunden.

    Nach Deiner Vorderung, habe ich ja jetzt nun eine Ausrede, wenn ich mal öfters das Layout ändere.

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