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Verloren

Manchmal macht man dumme Sachen. Letzten Freitag war ich wieder beim Sport, zusammen mit dem jüngsten Kind, das gerne einmal Parkour ausprobieren wollte. Wir kamen an und ich zog mich um. Mein Kind hatte seine Sportsachen bereits an, was mir etwas missfiel da die Temperatur, meiner Meinung nach, noch nicht für eine kurze Trainingshose geeignet schien.

Nachdem wir uns in der Gruppe warm gemacht hatten, war mir auch wirklich warm und auch ich entschied mich, meine lange Hose gegen eine kurze zu tauchen, was das jüngste Kind mit einer entsprechenden ich-hab's-dir-doch-gesagt Bemerkung kommentierte. Allerdings musste es selbst zur langen Hose wechseln, da seine kurze zu groß war und deshalb rutschte. Selbstverständlich garniert mit einem gut-das-der-Papa-dran-gedacht-hat Satz.

Damit stürzen wir uns also ins Vergnügen, sowie über Kästen, auf Türme, gegen Wände, in Matten und über Stangen. Da ich jedoch ankündigte, dass ich das Kind nicht jedesmal mitnehmen werde, da ich selbst sonst nicht mehr zu allzuviel komme, begann auf der Rückfahrt schon die Verhandlung: "Aber jedes dritte Mal kannst du mich doch mitnehmen? Oder wenigstens jedes vierte Mal."

Zuhause angekommen, so gegen halb zehn, machen wir uns gleich bettfertig und gingen geschafft schlafen.

Am Morgen war ich der erste der aufstand und ich begann die Sporttasche aufzuräumen. Und ich begann panisch zu werden. Meine lange Trainingshosen fehlte. Die kurze Hose war da, Schuhe und Socken waren da, T-Shirt war da, Trinkflaschen waren da. Die lange Hose fehlte.

Okay, vielleicht hatte ich sie separat getragen, da sie nicht mehr in die Tasche hineinpaste, und sie lag noch im Auto. Ich konnte mich zwar nicht daran erinnern, aber ein Fünkchen Hoffnung keimte auf. Ich schaute im Auto nach. Kofferraum: leer, Rückbank: leer, Beifahrersitz: leer.

Scheisse! Der Leser mag jetzt etwas irritiert sein über meine Reaktion beim Verlust dieser Hose. Sie ist schon etliche Jahre alt und besitzt für mich, abgesehen von den praktischen, keinen finanziellen oder ideellen Wert. Spulen wir also nach gewohnter Filmmanier für eine Rückblende zurück:

Wir befinden uns wieder in der Turnhalle und ich ziehe mich um. T-Shirt, lange Hose, Sportschuhe. Meine Brille würde stören, weswegen ich sie absetze und in der Sporttasche verstaue.

Und während wir uns warm machen, merke ich noch meinen Ehering am Finger und stecke ich schnell in die mit Reißverschluss verschließbare Tasche meiner Trainingshose.

Und nun? Irgendjemand hat die Hose sicher gefunden und ich kann sie mir - mit Inhalt - beim nächsten Mal abholen. Ganz bestimmt! Solange muss ich die Woche über mit Hand in der Tasche rumlaufen.


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