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Posts

Empirische Studien zum Mindestlohn

Die Studie "Minimum Wage Effects Across State Borders" könnte der Diskussion über Mindeslöhne in Deutschland neuen Auftrieb geben. Ich habe bisher nur die Zusammenfassung im Handelsblatt gelesen. Ebenso möchte ich in diesem Zusammenhang auch noch auf die Studie "Mindestlohneffekte des Entsendegesetzes? Eine Mikrodatenanalyse für die deutsche Bauwirtschaft" hinweisen, von der ich bisher ebenfalls nur die Zusammenfassung im Handelsblatt gelesen habe.

Dienst am Staat schadet der Gemeinschaft

Mit seinem letzten Beitrag hat Steinchen mir ja geradezu den Fehdehandschuh hingeworfen :-). Er macht den Vorschlag, den bestehenden staatlichen Arbeitszwang nicht abzuschaffen, sondern ihn nur von seiner militärischen Komponente zu befreien. Mit diesem Vorschlag (wie mit vielen anderen auch) kann man sich auf zwei Arten auseinandersetzen. Zum einen ethisch: Wie ist der Vorschlag nach allgemein anerkannten ethischen Prinzipien zu bewerten? Hier müssen jedoch zuerst diese allgemein anerkannten (wenigstens unter den beiden Diskutanten) Prinzipien gefunden werden. Zum anderen kann der Vorschlag ökonomisch untersucht werden. Hier lautet zunächst die Frage, welche subjektiven Ziele nach Ansicht des Autors mit der vorgeschlagenen Maßnahme erreicht werden sollen. Darauf aufbauend kann dann untersucht werden, ob das vorgeschlagene Mittel geeignet ist, diese Ziele zu erreichen. Beide Wege bieten genug Stoff um etliche Blogeinträge zu füllen und die eine oder andere wissenschaftliche Arbeit auf...

Übersetzungswiki

Kennt jemand meiner beiden Leser vielleicht ein Übersetzungswiki? Ich stelle mir das folgendermaßen vor: Jemand stellt einen freien Text in ein Wiki ein und unterteilt ihn in kleinere, separat bearbeitbare Abschnitte. Zusätzlich ist die Seite noch zweigeteilt. Auf der linken Seite befindet sich der Originaltext und auf der rechten Seite die noch nicht vorhandene, aber hoffentlich bald entstehende Übersetzung in der angegebenen Zielsprache. Wenn nun ein zufälliger Leser meint, "ach diesen einen Absatz kann ich mal eben übersetzen," dann tut er das einfach. Ebenso kann er auch nur einen Satz übersetzen. Oder er verbessert Fehler in bestehenden Übersetzungen usw.; das Wiki-Prinzip eben. Nach und nach wächst so die Übersetzung (vielleicht auch in verschiedenen Sprachen). Kennt jemand vielleicht so eine Plattform?

Argumentationskultur

Ein Großteil der politischen Positionierungen und Auseinandersetzungen in Blogs und Foren (gleichgültig welcher Ausrichtung) erfolgt nach folgenden Prinzip: Ich verfolge gute, edle, moralische Ziel und die Mittel, Wege und Maßnahmen die ich vorschlage sind dazu geeignet, diese Ziele zu erreichen. Wenn Du gegen meine Vorschläge bist, dann nur, weil Du gegen die Ziele bist, die ich verfolge. Deine Ziele sind folglich böse, niederträchtige und selbstsüchtig. Diese Methode ist gut für das Ego und das einem zugeneigte Publikum, der Sache jedoch und den zu erreichenden Zielen schadet es. Denn auch wenn es schwer fällt es zuzugeben: Sehr wahrscheinlich strebt mein Gegenüber nach den gleichen Zielen. Diese Erkenntnis erlaubt uns zwar nicht mehr, uns auf ein moralisches Podest zu stellen, sondern zwingt uns auf den Boden der Argumentation, was verbunden ist mit der Gefahr selbst widerlegt zu werden. Aber wiegt der Gewinn den wir davon tragen - Überzeugen eines ehemaligen Gegners, aber eben auch...

Hoffnung für das Internet, Teil 2

Muss bald, wer im Internet veröffentlichen will eine staatliche Lizenz beantragen? Was wären die Kriterien? Müssten entsprechende Qualifikationen nachgewiesen werden? Müsste ein bestimmter Studienabschluss erlangt werden? Juristische Beratung, steuerberatliche Unterstützung, ärztliche Behandlung dürfen schließlich auch heute schon nur bei staatlich zertifizierter Erlaubnis durchgeführt werden. Dies diene dem Schutz der Verbraucher (Nutzer). Ist ein solcher Schutz nicht auch im Internet von Nöten? So viele Falschinformationen, so viele Lügen, so viele Schadprogramme, soviel Werbung, soviel terroristische Kommunikation. Und überhaupt: Kinderpornos, Rechtsextremismus, Killerspiele. Nur ein Unmensch, der dies unkontrolliert auf die schutzlosen Bürger loslassen will. Eine Behörde, die Zulassungen erteilt und wieder aberkennen kann. Was ist daran falsch? Funktioniert doch auch in den obigen Fällen. Wir werden nur hochqualitativen Journalismus zu sehen bekommen, niemandes Würde verletzende In...

Koalitionsgespräche

Eine Partei tritt mit mehreren Position an. Nennen wir diese A und B. Eine andere Partei tritt mit den Positionen B und C an. Die Mehrheit der Wähler lehnt B ab. Ein Teil der Wähler unterstützt aber Position A - diese Wählen die erste Partei - und ein anderer Teil der Wähler unterstützt Position C - diese wählen die zweite Partei. Beide Parteien kommen ins Parlament, wissen jedoch nicht genau (der Wahlzettel gibt das nicht her) aufgrund welcher Positionen sie nun eigentlich gewählt wurden. Bei möglichen Koalitionsgesprächen einigen sich die zwei Parteien darauf A und C nicht umzusetzen, da man hierin nicht übereinstimmt. Stattdessen strebt man die Umsetzung der gemeinsamen Position B an.

Konflikte und Eigentum

Zwei Personen sind jeweils in Besitz von 10,- Euro. Jede kann unabhängig von der anderen entscheiden, was sie damit macht. Die eine Person wird sich vielleicht ein Buch kaufen, die andere eine DVD; die eine geht damit ins Kino, die andere spart das Geld usw. Nun zwinge man aber die beiden Personen ihre jeweils 10,- Euro in einem gemeinsamen Topf zu werfen und sich gemeinsam auf eine Ausgabe zu einigen. Was zuvor friedlich von statten ging, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit nun zu Streiteren führen - umso mehr, je mehr Personen involviert sind. Das Rechtsverhältnis des Eigentums erscheint mir eine kulturevolutionäre Lösung zur Konfliktvermeidung. Je mehr dieses Rechtsinstitut zugunsten von Gemein"eigentum" zurückgedrängt wird, umso mehr Konflikte werden in der Gesellschaft ausbrechen und sie spalten.